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AfD-Chef will in den Bundestag : Leif-Erik Holm: „Merkel aus MV vertreiben“

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AfD-Landesvorsitzender Holm soll bei der Bundestagswahl als Direktkandidat gegen die Kanzlerin antreten.

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2017 | 12:03 Uhr

Schwerin Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern will zur Bundestagswahl im September ihren Vorsitzenden Leif-Erik Holm gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Rennen schicken. Kreisverbände hätten auf einem Treffen Ende vergangener Woche vorgeschlagen, ihn als AfD-Direktkandidaten in Merkels Wahlkreis 15, Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I, aufzustellen, sagte Holm gestern gegenüber unserer Zeitung.

Grund: „Für die AfD ist es wichtig, im Wahlkreis von Frau Merkel jemanden aufzustellen, der der Kanzlerin ordentlich Stimmen abnimmt oder im besten Fall gegen sie gewinnt“, erklärte Holm. Damit könnte bundespolitisch ein Zeichen gesetzt werden. Der AfD-Politiker: „Unser Ziel ist es, Merkel aus Mecklenburg-Vorpommern zu vertreiben.“

Eine Entscheidung über die Kandidatur steht allerdings noch aus. „Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten“, sagte der 46-Jährige. Er hatte nach der Landtagswahl im September mehrfach erklärt, für die Bundespolitik nicht zur Verfügung zu stehen. Er sei schließlich von den Bürgern in den Landtag gewählt worden. Mit ihm als Spitzenkandidaten kam die Partei auf 20,8 Prozent.

Im Landtag ist Holm seit vier Monaten Fraktionsvorsitzender. Als Landesvorsitzender wurde er im November wiedergewählt. „Es zieht mich weniger nach Berlin, als es mich schiebt“, meinte Holm. In der kommenden Woche will er sich entscheiden.

Er dementierte Spekulationen, wonach auch der Parlamentarische Geschäftsführer seiner Landtagsfraktion, Matthias Manthei, in den Bundestag will. Diese Ambitionen wurden Manthei nachgesagt, als er auf dem Parteitag im November überraschend nicht mehr zur Wahl zum Co-Vorsitzenden des Landesverbandes antrat. „Herr Manthei will sich auf seine Aufgaben als Parlamentarischer Geschäftsführer konzentrieren. Das war der Grund“, sagte der Landesvorsitzende.

Manthei selbst war gestern nicht zu erreichen. Er hatte bei der Landtagswahl im September eines von drei Direktmandaten in Vorpommern geholt.

Sollte Holm sich in der kommenden Woche für eine Bundestags-Kandidatur entscheiden, dann ist ihm auch bei einer Niederlage gegen die Bundeskanzlerin ein Mandat in Berlin so gut wie sicher. Denn bekommt die AfD wie in aktuellen Prognosen zehn bis fünfzehn Prozent der Wählerstimmen, würden aus Mecklenburg-Vorpommern vier bis fünf Kandidaten über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Holm wäre als Landesvorsitzender auf Platz eins der Liste gesetzt und hätte damit beste Aussichten.

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