Lehrerprogramm: Jetzt klagen die Älteren

Andreas Bluhm
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Andreas Bluhm

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27. August 2009, 09:51 Uhr

Schwerin | Nach den Oppositionsparteien protestierte gestern auch die Lehrergewerkschaft GEW gegen das Zukunftsprogramm der Landesregierung für die Lehrer. "Seit gestern stehen bei der Gewerkschaft die Telefone nicht mehr still", berichtet GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner. Zehn Millionen Euro sollen ab dem kommenden Schuljahr pro Jahr mehr in Schulen und Lehrer investiert werden. Die Landesregierung will mehr Stellen für Lehramts anfänger schaffen, deren Vollzeitbeschäftigung und Übernahme garantieren und ein Starter-Paket von 2500 Euro spendieren.

Ein Affront für die Lehrer, die seit Jahren im Schuldienst sind, meint die Gewerkschaft. "Gerade die Lehrer, die seit Jahren in Teilzeit arbeiten und noch immer keinen verbindlichen Zeitpunkt für die Rückkehr in die Vollbeschäftigung kennen, fühlen sich angesichts der geplanten Vollzeittätigkeit für junge Lehrer betrogen,", sagt Lindner

Parallel hatte Bildungsstaatssekretär Udo Michallik gestern zugleich angekündigt, die Hälfte der zehn Millionen für die Lehrer im Schuldienst auszugeben. "Bis Ende diesen Jahres werden verbindliche Zeitschienen für die Beendigung der Teilzeit entwickelt werden", sagte er. Außerdem erhalten Mentoren zusätzliche Anrechnungsstunden und 100 Euro monatlich. Und: Die Schulen bekommen einen Prämienfonds von 1,5 Millionen Euro.

Lindner macht hingegen darauf aufmerksam, dass es 12 100 Lehrer im Schuldienst gibt, während sich nur wenige hundert Junglehrer auf einen "warmen Geldregen" freuen dürfen. Die Maßnahmen für Lehrer an die Schulen bewertet sie als "einen Tropfen auf den heißen Stein".

Der Bildungsexperte der Links-Fraktion, Andreas Blum, machte darauf aufmerksam, dass die von der Landesregierung mit dem anstehenden Doppelhaushalt vorgesehene Erhöhung der Mittel um 15 Mio Euro bereits verausgabt seien, etwa für die Einführung der Selbstständigen Schule. Nunmehr sollen die Mittel offenbar für das Lehrer-Programm eingesetzt werden. Bluhm: "Es bleibt deshalb in den Haushaltsberatungen zu hinterfragen, wie entstehende Mehrbedarfe in den Schulen, etwa für Förderklassen oder Ganztagsschulen, künftig ausfinanziert werden sollen."

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