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Böse Überraschung : Lehrer-Verbeamtung: top oder raus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bestehen Beamtenbewerber die Probezeit nicht, müssen sie sich als Angestellter für den Schuldienst neu bewerben

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 07:56 Uhr

Böse Überraschung bei der von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) vorangetriebenen Verbeamtung von Lehrern: In einer aktuellen Schulamtsinformation werden landesweit Schulleiter darüber in Kenntnis gesetzt, dass Beamte, die die Probezeit nicht bestehen, ihre Anstellung vollständig verlieren und sich als Lehrer auf freie Stellen neu bewerben müssen. Gründe für ein Aus nach der dreijährigen Probezeit können entweder mangelnde Leistungen oder die amtsärztliche Beurteilung sein.

In einem Fall aus dem Schulamtsbezirk Rostock schildert ein junger Lehrer, der im ersten Jahr Beamter auf Probe ist, seine Sorgen. „Ich habe meinen Master und mein Referendariat sehr gut abgeschlossen. Auch meine Probezeit läuft prima. Der Beruf macht mir Spaß. Und nun dies, wenn der Amtsarzt meiner Einstellung als Beamter nicht zustimmt, dann stehe ich auf der Straße.“ Der junge Mann ist extra nach seinem Referendariat aus einem anderen Bundesland in seine Heimat zurückgekehrt.

Erst seit dem vergangenen Sommer können Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern verbeamtet werden. Nach jahrelangem Kampf der Berufsverbände lenkte die Landesregierung – auch unter dem Konkurrenzdruck anderer Bundesländer beim Werben um den Lehrernachwuchs – ein, und stimmte der Verbeamtung aller Lehrer unter 40 Jahren zu.

Seitdem macht Bildungsminister Brodkorb auf Tempo. Noch im August 2014 ernannte er die ersten 672 Lehrer und 93 Referendare zu Beamten auf Probe. Ende November waren es schon 926 Lehrer, 71 davon an Berufsschulen. „Die Verbeamtung demonstriert, welche immense Bedeutung der Staat dem Bildungswesen, der Bildung und Erziehung beimisst“, sagt Brodkorb.

Tatsächlich aber, so bestätigt sein Sprecher, ist Voraussetzung für die Lebenszeitverbeamtung, dass die Schulleitung den Lehrer für geeignet hält, schriftlich beurteilt sowie mindestens mit einer Note 3 bewertet. Zweiter wichtiger Punkt ist ein erneutes amtsärztliches Zeugnis. Kommt der Amtsarzt zu dem Schluss, dass eine Verbeamtung auf Lebenszeit ein Risiko darstellt, kommt es nicht zur Verbeamtung. Brodkorbs Sprecher: „Wenn man sich verbeamten lässt, gibt man sein tarifliches Beschäftigungsverhältnis auf. Klappt die Verbeamtung nicht, muss man sich als Angestellter wieder hinten anstellen. Aber das ist die absolute Ausnahme.“

Das stößt bei der Links-Opposition auf heftige Kritik. Deren Bildungssprecherin Simone Oldenburg: „Krankheit darf kein Grund sein, nicht verbeamtet zu werden. Auch wenn die Beurteilung schlecht ist, muss jungen Menschen geholfen werden. Wir brauchen ein Unterstützersystem.“

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