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Tarifverhandlungen in MV : Lehrer treten in den Warnstreik

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Aus der Onlineredaktion

GEW macht Druck auf Tarifverhandlungen. Arbeitgeber lehnen sechs Prozent mehr Gehalt ab

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Lehrergewerkschaft GEW in Mecklenburg-Vorpommern rechnet nicht mit einem raschen Ende der aktuellen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Mit einem Warnstreik will sie daher den Arbeitnehmerforderungen Nachdruck verleihen. Zu der ganztägigen Protestaktion am 1. Februar vor dem Schweriner Finanzministerium würden mehrere Tausend Pädagogen aus dem ganzen Land erwartet, sagte GEW-Landeschefin Annett Lindner gestern in Schwerin. 35 Busse würden die Demonstranten in die Landeshauptstadt bringen. Protestaktionen seien bundesweit geplant.

Zum Auftakt der Verhandlungen am 18. Januar hätten die Gewerkschaften ihre Forderung nach einem Einkommensplus von insgesamt sechs Prozent vorgelegt. Das Gesamtpaket beinhalte dabei neben einer prozentualen Gehaltssteigerung die Einführung der sechsten Gehaltsstufe auch für die oberen Entgeltgruppen. Allein dies mache für Lehrer ein monatliches Plus von rund 200 Euro aus. Zudem werde die Angleichung der Erziehergehälter an das höhere Niveau in den Kommunen sowie die „Eindämmung des Befristungsunwesens“ an Hochschulen gefordert, sagte Lindner. Beim ersten Treffen seien die Gewerkschaften damit bei der Tarifgemeinschaft der Länder auf Ablehnung gestoßen. „Die Steuern sprudeln, die Kassen der Länder sind voll. Wann, wenn nicht jetzt, sollten unsere berechtigten Forderungen erfüllt werden“, betonte Lindner. Zudem verwies sie auf die wachsende Zahl zusätzlicher Verpflichtungen der Lehrer, unter anderem bei der Umsetzung der Inklusion sowie im Rahmen von Ganztagsschule. „Die Arbeit für die Lehrerinnen und Lehrer wird immer anspruchsvoller“, sagte Lindner. Ihren Angaben zufolge kommen die Tarifparteien am 30. und 31. Januar das nächste Mal zusammen. Eine dritte Runde sei für die Zeit nach den Winterferien dann Mitte Februar geplant.

Neben den gut 12 000 Lehrern im Nordosten und den Erziehern im Landesdienst sind von den Verhandlungen auch die Mitarbeiter in der Landesverwaltung betroffen. Nach Angaben des Beamtenbundes handelt es sich dabei um insgesamt knapp 36 000 Tarifbeschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern.

Da sich ihre Gehälter am Tarifabschluss orientieren, verfolgen auch die 17 000 Landesbeamten die Verhandlungen mit großem Interesse. Laut Lindner gehören dazu rund 1500 Lehrer.
 

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