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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 18:49 Uhr

Lehrer-Streikwelle erreicht Region

vom

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 05:42 Uhr

Güstrow | Lehrer im Ausstand. Nach Schwerin, Neubrandenburg und heute Greifswald treten morgen die Lehrer im Schulamtsbezirk Rostock in einen ganztägigen Warnstreik. Betroffen sind auch nahezu alle Schulen im Altkreis Güstrow. An einigen Schulen streiken bis zu 80 Prozent des Lehrerkollegiums. Auch wenn keine Schule komplett geschlossen wird, so findet doch fast nirgendwo regulärer Unterricht statt. Stattdessen heißt es morgen: Notdienst. Für Grund- und Förderschulen gilt dabei grundsätzlich eine Notbetreuung.

Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligten sich am Montag - beim Auftakt der Streikwelle im Nordosten - rund 1500 Lehrer aus etwa 120 staatlichen Schulen Westmecklenburgs an dem ganztägigen Warnstreik und einer Kundgebung in Schwerin. Für Rostock werden nach GEW-Angaben noch wesentlich mehr Lehrer erwartet. Um 9.30 Uhr geht es morgen am Stadthafen los, um 10.30 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Universitätsplatz statt. Dann will auch Manuela Sigismund, Schulleiterin der Güstrower Thomas-Müntzer-Schule dabei sein. "Bei uns beteiligen sich rund 70 Prozent der Lehrer an dem Warnstreik", sagt sie. Die Müntzerschule ist zwar nicht geschlossen, aber ein regulärer Unterricht findet nicht statt. "Wir haben alle Eltern informiert. Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, werden in der Schule beschäftigt", sagt sie. Manuela Sigismund ist bei dem morgigen Protest vor allem die Forderung nach der tariflichen Eingruppierung von Lehrkräften wichtig. "Lehrer in MV sind im Vergleich zu anderen Bundesländern schlechter gestellt", sagt sie. "Das führt zur Abwanderung junger Kollegen. Das müssen wir stoppen."

GEW kämpft für tarifliches Eingruppierungsrecht

Das ist auch eine zentrale Forderung der GEW. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld sowie eine tarifliche Eingruppierung der Lehrer. Zudem geht es um die Begrenzung befristeter Arbeitsverträge. Die GEW kämpft seit Jahren für ein tarifliches Eingruppierungsrecht für Lehrkräfte. "Weil die Länder Lehrkräfte nach Gutsherrenart eingruppieren dürfen, richtet sich das Gehalt bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation danach, in welchem Bundesland man beschäftigt ist. Das führt zu teilweise gravierenden Gehaltsunterschieden. Diesen ungerechten und vordemokratischen Zustand können wir nur mit einem tariflichen Eingruppierungsrecht beenden", heißt es in einer GEW-Elterninfo für den morgigen Warnstreik in Rostock.

Nur Notdienst für die Kleinen an Krakower Schule

Die Forderungen der GEW unterstützt auch die Schulleiterin der Krakower Schule, Renate Lorenz. "Es geht um Gerechtigkeit", ist sie überzeugt. Auch ihre Schule wird morgen bestreikt. "Wir haben nur einen Notdienst für die Kleinen. Ansonsten bekommen die Kinder Aufgaben für zu Hause", sagt sie.

Ebenso ist morgen auch die Lalendorfer Schule lahm gelegt. "15 Kollegen wollen streiken", sagt der stellvertretende Schulleiter Heinrich Beudt. Unterricht laut Stundenplan wird nicht stattfinden, eine Betreuung der Grundschüler sei aber gesichert.

Laut Informationen der GEW von gestern haben sich bereits Lehrer aus folgenden Schulen der Region für den Warnstreik angemeldet: Müntzerschule Güstrow, Wossidloschule Güstrow, Brinckmangymnasium Güstrow, Gehörlosenschule Güstrow, Allgemeine Förderschule Güstrow, Schule Lalendorf, Schule Krakow am See, Grundschule Teterow, Gymnasium Teterow, Grundschule Bützow sowie Regionale Schule Schwaan. Aus allen diesen Schulen wollen Lehrer den GEW-Busservice zur morgigen Demonstration nutzen. Laut GEW würden ständig neue Anmeldungen reinkommen, viele würden jedoch auch das eigene Auto benutzen. Einer der GEW-Busse fährt morgen um 8.30 Uhr am Güstrower Bahnhof ab. In Krakow am See werden die streikenden Lehrer ebenfalls um 8.30 Uhr an der Schule von der GEW eingesammelt.

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