zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

21. September 2017 | 10:49 Uhr

Lehrer streiken - Unterricht fällt aus

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2011 | 08:15 Uhr

Güstrow/Rostock | Unterrichtsausfall und Notdienstbetreuung gestern an vielen Schulen im Landkreis Güstrow. Mehr als 200 Lehrer aus Güstrow und Umgebung folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum eintägigen Warnstreik und demonstrierten in Rostock für eine gerechte Eingruppierung sowie für eine angemessene Bezahlung. Allein aus Güstrow beteiligten sich Lehrer von acht Schulen, unter anderem fiel an der Inselseeschule der Unterricht komplett aus. Früh morgens starteten drei Busse vom Güstrower Bahnhof in die Hansestadt. Hier kamen zu der zentralen GEW-Kundgebung gestern rund 1000 Lehrer und pädagogische Mitarbeiter aus dem ganzen Land.

Unterrichtsstunden ohne Lohnausgleich erhöht

"Ich solidarisiere mich mit meinen Kollegen, da es eine einheitliche Eingruppierung für alle Lehrer geben sollte", so der Güstrower Lehrer Peter Kruse, der sich dem Demonstrationszug anschloss. Den Pädagogen ist es laut GEW besonders wichtig, dass ihre tarifliche Eingruppierung bundesweit festgelegt wird. Die Güstrower Lehrerin Barbara Wolbring-Biemann kritisiert zudem: "Die Basisunterrichtsstunden für Gymnasien wurden Stück für Stück erhöht, ohne jedoch einen Lohnausgleich dafür zu erhalten." Und Lehrerin Roswitha Presch aus der Barlachstadt ergänzt: "Uns ist es wichtig, den jungen Lehrern mehr Chancen zu bieten. Sie sollen uns nicht aus dem Land laufen. Für ältere Lehrer soll zudem die Altersteilzeitregelung wieder greifen und Mehrarbeit muss honoriert werden."

Ulrike Gisbier vom Vorstand des Kreis elternrates hat Verständnis für den Streik der Lehrer, weiß aber nicht, ob sie damit alle Eltern vertritt. "Verständlich ist es gleichzeitig, wenn Eltern teilweise empört sind, dass Unterricht ausfällt. Aber Lehrer müssen die Möglichkeit haben, ihrer Meinung durch einen Streik Ausdruck zu verleihen", sagt sie. "Die Kinder lernen ja auch was, wenn sie sehen, dass ihre Lehrer die Klappe aufmachen und für ihre Interessen eintreten."

Annelie Stecher, seit 2010 GEW-Kreisvorsitzende, koordinierte gestern den Streik der Lehrer aus dem Landkreis Güstrow. Sie unterstrich auf dem Rostocker Universitätsplatz noch einmal die Forderungen ihrer Kollegen: einen Sockelbetrag von 50 Euro mehr und auf die dadurch erhöhten Gehälter weitere drei Prozent Plus. Aktuell laufen die Tarifverhandlungen. Deshalb wollen die Lehrer Druck machen. Nicht nur mit dem gestrigen Warnstreik. Bereits am kommenden Dienstag soll ein weiterer, dann landesweiter Warnstreik in Schwerin die Schulen und andere Bereiche in Mecklenburg-Vorpommern treffen. "Auch dafür organisieren wir wieder Busse. Auch an diesem Tag wird es wieder Unterrichtsausfälle geben", kündigt Annelie Stecher an.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen