Lehrermangel : Lehrer in der Amtsstube statt im Klassenzimmer

23-42363544.JPG

In den Schulen herrscht Lehrermangel. Zugleich werden Lehrkräfte ins Ministerium geholt, um an verschiedensten Aufgaben zu arbeiten. Die Linke meint: Der Unterricht der Kinder muss Vorrang haben.

von
29. November 2018, 17:25 Uhr

Angesichts von Lehrermangel und Unterrichtsausfall hat die Linke die Abordnung von Lehrkräften in das Bildungsministerium und seine Behörden kritisiert. „Im laufenden Schuljahr werden bis zu 346 Lehrkräfte den Schulen entzogen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, am Donnerstag unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage. „Das sind fast 10 000 Schulstunden, die den Schülerinnen und Schülern wöchentlich fehlen“. Dies entspreche der Zahl an Stunden, die aufgrund von Erkrankungen von Lehrkräften ausfielen.

Im Schuljahr 2017/18 wurde nach Angaben des Bildungsministeriums jede siebente Unterrichtsstunde nicht regulär gegeben, an den Berufsschulen war es sogar jede fünfte. Die Stunden fielen entweder aus oder wurden von fachfremden Pädagogen vertreten.„Die Absicherung des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler muss für Bildungsministerin Birgit Hesse Priorität haben“, forderte Oldenburg. Dafür müssten alle verfügbaren ausgebildeten Lehrkräfte eingesetzt werden. „Auch wenn pädagogischer Sachverstand in Behörden erforderlich ist, muss der Trend langer und beständiger Abordnungen dringend gestoppt werden“, verlangte die Oppositionspolitikerin.

Das Ministerium verteidigte die gegenwärtige Praxis. „Ohne die Kenntnisse von Lehrerinnen und Lehrern geht es in der Bildungsverwaltung nicht“, sagte Ministeriumssprecher Henning Lipski.

Bei den Abordnungen handele es sich in vielen Fällen auch nicht um Vollzeitlehrkräfte, sondern um die stundenweise Beteiligung von Lehrern an der Erarbeitung von Rahmenplänen, in Aufgabenkommissionen und in der Lehrerbildung. Nur so könne ein Austausch von Theorie und Praxis gelingen. „Schritt für Schritt überarbeiten wir 150 Rahmenpläne für die allgemein bildenden Schulen“, sagte Lipski zum Umfang der Aufgabe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen