Breitband MV : Leere Versprechen im Netz

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Nur jeder zehnte Internetnutzer in MV surft mit der von Anbietern versprochenen Höchstgeschwindigkeit. Netzagentur sieht Handlungsbedarf

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19. Januar 2018, 20:45 Uhr

Mit Schneckentempo ins Netz: Internetnutzer in MV müssen sich in Geduld üben. Für die Mehrheit bleibt schnelles Internet ein leeres Versprechen. Nur etwa jeder Zehnte kann im Nordosten derzeit tatsächlich mit der von Anbietern zugesagten Höchstgeschwindigkeit surfen. Das geht aus einer jetzt vorgelegten Marktanalyse der Bundesnetzagentur in Bonn hervor. Bei einem Drittel werde aber noch nicht einmal zur Hälfte die zugesagte Geschwindigkeit erreicht. Noch schlechter sieht es bei Nutzern mobiler Datennetze aus. In MV können gerade einmal 1,9 Prozent der User tatsächlich zu 100 Prozent mit der Datenübertragungsrate ins Netz gehen, wie sie von den Anbietern bei Vertragsabschluss versprochen worden war. Hingegen war die Datenübertragung für mehr als 80 Prozent noch nicht mal halb so schnell wie die vertraglich vereinbarte Höchstgeschwindigkeit.

Anwender in MV stehen mit der langsamen Datenübertragung nicht allein da: Der Nordosten steht im Ländervergleich im Mittelfeld, geht aus der Marktstudie hervor. Noch schlechter sieht es u. a. in Schleswig-Holstein und Niedersachsen aus. Die Stadtstaaten schnitten hingegen besser ab, wenn auch nur geringfügig.

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Je höhere Datenübertragungsraten Telekom, Vodafone & Co. versprochen haben, desto weniger werden sie wirklich erreicht: In dem zweiten Jahresbericht zur Breitbandmessung, der auf bundesweit 437.192 Messungen stationärer und 245.143 mobiler Breitbandanschlüsse beruht, stellt die Bonner Behörde den Internetanbietern schlechte Noten aus: „Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben“, kritisierte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Ergebnisse zeigten „weiterhin Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern“.

Verbraucherschützer toben: „Den Kunden wird die Katze im Sack verkauft“, kritisierte Matthias Wins, Telekommunikationsexperte der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, die Anbieter. Die Differenz zur zugesagten Datenrate sei nach wie vor zu hoch, forderte er von den Anbietern Besserung. Die Unternehmen sollten in Regionen, in denen ihnen Defizite längst bekannt seien, „die Katze aus dem Sack lassen“ und die Kunden im Vorfeld über die niedrigeren Übertragungsraten informieren. Verbrauchern rät Wins indes, von ihrem Beschwerderecht Gebrauch zu machen und die Unternehmen aufzufordern, die vertraglich zugesagten Leistungen auch zu erbringen. Spätestens in Fällen, bei denen nicht einmal die nächstniedrigeren Datenübertragungsraten von den Unternehmen erreicht werden, könnten Kunden auch juristische Schritte in Erwägung ziehen.

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