zur Navigation springen

Hersteller gegen Verbot : Lebkuchen im Spätsommer?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

100 Leser kommentierten auf Facebook

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 20:32 Uhr

Weihnachtsgeschäft schon im September? Für die meisten Leser unserer Zeitung ist das zu früh. Fast 100 kommentierten unter einem Aufruf auf unserer Facebook-Seite. Melanie Bargull schreibt: „Vor einem Monat habe ich den ersten Weihnachtsschmuck im Geschäft gefunden! Mir vergeht damit Weihnachten total. Wir hatten gerade noch Sommer und da muss ich keinen Weihnachtskram im Geschäft oder sonstwo finden! Die Inhaber sollen ihre Auslageflächen mit anderen Sachen füllen.“ So sieht es auch Norbert Ebert: „Verbieten die Sachen. Anfang Dezember reicht völlig aus.“ Das ist auch die Meinung von Manuela Laesch: „Ich finde, dass diese Produkte frühestens Mitte November in die Regale kommen sollten.“ Angelika Satters sieht das locker: „Mir ist es vollkommen egal. Es gibt andere Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte. Ich esse, worauf ich gerade Appetit habe. Ja, auch schon Dominosteine. Jedes Jahr die gleiche Debatte.“

Ein vielfach gefordertes Verbot des frühen Verkaufs von Weihnachtsartikeln stößt bei führenden Herstellern jedoch auf Ablehnung. „Noch sind wir in Deutschland nicht soweit, dem Verbraucher per Gesetz vorzuschreiben, wann er welche Produkte kaufen kann“, sagte der Alleininhaber der Lambertz-Gruppe, Hermann Bühlbecker, telefonisch aus New York. Hintergrund ist eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, in der sich fast ein Drittel der Befragten für ein gesetzliches Verbot von Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr ausgesprochen hatte.

„Durch sein Kaufverhalten entscheidet der Verbraucher bewusst anders“, sagte Bühlbecker. Die Aachener Lambertz-Gruppe ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Saisongebäck. Sie vereint Hersteller von Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen und Dresdner Stollen unter ihrem Dach. „Natürlich würde ein solches Gesetz massive Einflüsse auf die Umsätze der Firmen und die Beschäftigtenzahlen in der deutschen Süßwarenindus-trie haben“, warnte Bühlbecker. Die derzeit angebotenen Produkte seiner Unternehmen sehe er außerdem als Herbstgebäck. „Wir verwenden keinerlei weihnachtliche Motive - weder Weihnachtsbaum, Sterne, Glocken und so weiter.“ „Lebkuchen ist kein Weihnachtsgebäck, sondern Saisongebäck“, sagte auch Kurt Backmund vom Hersteller Wicklein Lebkuchen in Nürnberg am Dienstag. „Man muss unterscheiden zwischen Nikoläusen und Adventskalendern und Lebkuchen und Plätzchen.“ In Deutschland beginne die Lebkuchensaison „seit Ewigkeiten im September“. In Osteuropa werde Lebkuchen das ganze Jahr gegessen, in Österreich traditionell von Juli bis November verkauft.

In Deutschland entschieden die Handelsketten über die Verkaufszeiträume: „Das ist eine Sache des Handels, der macht einmal seine Platzierung, und die steht dann von September bis Dezember.“ Viele Verbraucher griffen frühzeitig zu: „Was da jetzt schon abverkauft wird, ist der Hammer“, sagte Backmund.

Die Diskussion auf der SVZ-Facebook-Seite.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen