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Mit Musik wirkt Joggen weniger anstrengend : Laufen mit Knopf im Ohr

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Mit Musik fällt einigen Läufern das Joggen leichter. Das kommt nicht von ungefähr: "Musik hat drei verschiedene Wirkungen", sagt Yves Cloos, Doktorand vom Institut für Musik und Musikwissenschaft an der TU Dortmund.

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erstellt am 03.Jul.2013 | 09:43 Uhr

Mit Musik fällt einigen Läufern das Joggen leichter. Das kommt nicht von ungefähr: "Musik hat drei verschiedene Wirkungen", sagt Yves Cloos. Der Doktorand vom Institut für Musik und Musikwissenschaft an der TU Dortmund forscht zur Verbindung von Musik und Sport. Zum einen steigere Musik das Durchhaltevermögen - jedoch nur im mittleren Belastungsbereich, nicht bei Höchstleistung. Außerdem beeinflusst Musik das Anstrengungsempfinden, wie Cloos herausgefunden hat. Hören Jogger Musik, schätzen sie die Belastung geringer ein. Und drittens: Läufer fühlen sich generell wohler, wenn sie mit Musik joggen.

Cloos hat zu dem Thema mehr als 500 Menschen befragt und Experimente mit Läufern und Radfahrern gemacht. Liefen oder fuhren die Testpersonen mit Musik, hatten sie das Gefühl, sie hätten weniger lange Sport getrieben als ohne Musik.

Warum Musik beim Sport auf diese drei Arten wirkt, wisse man nicht genau, erklärte Cloos. Wahrscheinlich hänge es aber damit zusammen, dass die Aufmerksamkeit des Läufers hin zur Musik gehe, er also gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Die Gefahr, dass die Sportler sich unbemerkt überlasten, besteht nicht, sagte Cloos. Sobald der Jogger hohe Leistungen bringt und nah an die Grenze der Verausgabung kommt, überwiegt das Schmerzempfinden. "Eine Gefahr der Überlastung besteht nicht."

Doch welche Stücke sollten Jogger am besten mit auf die Laufbahn nehmen? "Man sollte sich ein paar Fragen stellen, während man ein Musikstück auswählt", empfahl Cloos. "Wie motivierend empfinde ich den Rhythmus oder die Melodie?" und "Wie sehr unterstützt das Stück meine Bewegung - laufe ich eher schneller oder langsamer?"

Oft wird Läufern empfohlen, auf die Beats per Minute (bpm) zu achten. Fürs Joggen sollen Lieder im Bereich zwischen 120 bis 140 bpm am besten geeignet sein. Cloos aber rät Joggern, sich nicht sklavisch an diese Vorgaben zu halten. "Wenn ich ein Lied habe, zu dem ich bei jedem zweiten Schlag einen Schritt mache, passt es auch."

Neben dem Rhythmus sind andere Auswahlkriterien wichtig, zum Beispiel die Melodie des Liedes. Ob sie gefällt, ist die Hauptsache - auf die Tonart kommt es weniger an. Ein Lied in fröhlichen Dur-Klängen muss also nicht besser antreiben als eins in Moll. Auch die Texte können den Sportler unterstützen, denn sie wecken Erinnerungen und Assoziationen. Allerdings hören Läufer beim Joggen weniger genau auf die Lyrics als vor dem Sport, erklärte Cloos.

Vorher könne der Text noch viel stärker pushen. Ein Beispiel dafür lieferte die Fußballnationalmannschaft bei der WM 2006: Vor den Spielen motivierte sie sich mit "Dieser Weg" von Xavier Naidoo. Beim Joggen fallen die Texte dann eher in den Hintergrund, Rhythmus und Melodie werden wichtiger.

Wer nun aber denkt, er müsse nur einmal die richtige Playlist finden und bräuchte sie dann nicht mehr zu ändern, liegt falsch. "Man sollte solche Musik regelmäßig austauschen", empfiehlt Cloos. Denn Jogger gewöhnen sich an die Lieder - und so verlieren sie ihre positiven Effekte.

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