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Volkstheater Rostock : Latchinian und Methling pokern um Abfindung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Intendant und Oberbürgermeister bekunden Willen zur weiteren Zusammenarbeit, CDU fordert Kündigung

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Gerade erst hat der Hauptausschuss beschlossen, Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) solle eine gütliche Trennung von Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian prüfen. Jetzt weist dieser selbst alle Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang zurück. „Ich will meinen Vertrag bis 2019 erfüllen“, sagt Latchinian und stellt zugleich klar: „Meine Rechtsanwältin sondiert nicht in erster Linie Möglichkeiten zur Vertragsauflösung, sondern zur -erfüllung.“

Auch Methling sprach sich gestern für eine Weiterbeschäftigung aus. „Ich trage den Beschluss des Hauptausschusses nicht mit und erwäge, dazu in Widerspruch zu gehen“, sagt er. Da das Verhältnis der beiden als äußerst zerrüttet gilt, dürfte der eigentliche Hintergrund aber eine mögliche Abfindung sein. Im Hauptausschuss hatte Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, für eine vorzeitige Vertragsauflösung 150 000 Euro ins Spiel gebracht. Sie sagt: „Ich würde keine Lösung vorlegen, die nicht das Einverständnis des Betreffenden findet.“ Ihr zufolge fordert Methling von Latchinian Stellungnahmen zu diversen Aussagen. „Das läuft offensichtlich auf den Versuch weiterer Abmahnungen hinaus“, sagt sie. „Als Laie könnte man das als Mobbing bezeichnen.“

Eva-Maria Kröger, Aufsichtsratschefin und Vorsitzende der Linksfraktion, fordert: „In Bezug auf Latchinian empfehle ich dem OB, mit seinen Spielchen aufzuhören. Man sollte sich gütlich und in Würde trennen.“ Diese Haltung kann CDU-Vorsitzender Daniel Peters überhaupt nicht nachvollziehen. „Latchinian hat offenbar keine Lust, den Arbeitsauftrag zur Umsetzung der neuen Struktur zu erfüllen“, sagt er. Das sei auch verständlich. „Jedoch wäre die logische Konsequenz, dass er von selbst kündigt und nicht noch 150 000 Euro für seine augenscheinliche Arbeitsverweigerung verlangt“, so Peters. In der Vergangenheit hatte der Intendant erklärt, die Umstrukturierung des Volkstheaters zum Opernhaus mit Norddeutscher Philharmonie und Musiktheater nicht mitzutragen. Laut Beschluss sollen die Sparten Schauspiel und Tanztheater aufgelöst werden.

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