Nazi-Verbrecher : Lange Suche, späte Strafe

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19. März 2014, 08:00 Uhr

Mehrere Nazi-Verbrecher mussten sich erst Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg für ihre Taten vor Gericht verantworten. Beispiele:

Erich Priebke: Ein Militärgericht in Rom verurteilte den ehemaligen SS-Offizier 1998 zu lebenslanger Haft. Er war 1944 an der Erschießung Hunderter Zivilisten in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom beteiligt. Wegen seines Alters wurde die Strafe in Hausarrest umgewandelt. Priebke starb im Oktober 2013 mit 100 Jahren in Rom.

John Demjanjuk: Der gebürtige Ukrainer und ehemalige Wachmann im Vernichtungslager Sobibor starb 2012 mit 91 Jahren in einem bayerischen Pflegeheim – wenige Monate nach seiner Verurteilung als Holocaust-Helfer. Das Münchner Landgericht hatte ihn wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 28 000 Juden zu fünf Jahren Haft verurteilt. Mit Blick auf sein hohes Alter wurde der Haftbefehl aber aufgehoben.

Heinrich Boere: Der NS-Verbrecher wurde 2010 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der damals 88-Jährige hatte vor dem Aachener Landgericht gestanden, 1944 drei niederländische Zivilisten erschossen

zu haben. Boere trat seine Haft 2011 an und starb im

Dezember 2013 in einem Gefängniskrankenhaus in NRW.

Nicht verurteilt:

Hans Lipschis: Der gebürtige Litauer soll früher Wachmann im

Konzentrationslager Auschwitz gewesen sein und war wegen Beihilfe zum hundertfachen Mord angeklagt. Das Landgericht Ellwangen

erklärte im Dezember den 94-Jährigen wegen fortschreitender

Demenz aber für verhandlungsunfähig und hob den Haftbefehl auf.

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