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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 16:07 Uhr

Lange Straße kommt auf den Prüfstand

vom

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2012 | 12:54 Uhr

Parchim | Die Stadtverwaltung startet in den kommenden Tagen erneut eine Umfrage zur Öffnung der Langen Straße für den Straßenverkehr. Unter dem Motto "Ihre Meinung ist uns wichtig!", sollen erstmals Passanten direkt auf der Straße zur Wiederbelebung der früheren Fußgängerzone befragt werden. Bislang konnten nur die dort ansässigen Unternehmen, Anwohner und Eigentümer ihre Meinung sagen. Auch sie werden in Kürze einen entsprechenden Umfragebogen per Post erhalten.

Die Lange Straße ist seit Anfang des Jahres probeweise für zunächst zwei Jahre als so genannter verkehrsberuhigter Bereich für Fahrzeuge jeglicher Art befahrbar. Dort gilt Schrittgeschwindigkeit (bis 7 km/h), die augenscheinlich vielfach überschritten wird. Radler können den verkehrsberuhigten Bereich in beiden Richtungen nutzen. Eine entsprechende Zusatzbeschilderung wurde auf Anregung von Geschäftsleuten aufgestellt und scheint sich zu bewähren.

Mit der Öffnung der Langen Straße wurde im mittleren Bereich eine automatische Zählanlage installiert, die anonym alle durchfahrenden Fahrzeuge erfasst. In der kommenden Woche sollen die Daten für eine Zwischenbilanz ausgewertet werden. Zu befürchten ist, dass die Zahl der durchfahrenden Autos die Erwartungen und die vom Gesetzgeber als Limit für einen verkehrsberuhigten Bereich festgelegte Höchstzahl deutlich überschreitet. Bislang wollte sich dazu in der zuständigen Verkehrsbehörde niemand äußern. Damit sich die Stadtvertreter, die letztendlich über die Zukunft der Langen Straße entscheiden, ein Gesamtbild zur Situation und Akzeptanz der Lösung machen können, soll mitten in der Hochsaison auch die Meinung der Besucher, Gewerbetreibenden, Anwohner und Eigentümer nach rund einem halben Jahr ermittelt werden. "Dieser Kreis der zu Befragenden kann am besten beurteilen, was sich mit Öffnung der Langen Straße verändert hat", so Holger Geick, Fachbereichsleiter für Wirtschaft, Verkehr, Sicherheit und Ordnung der Stadt Parchim. "Wir hoffen daher auf eine rege Umfragebeteiligung, um eine gute und realistische Einschätzung zu erhalten", sagt der Chef vom zuständigen Amt.

Inzwischen wurde der Abschnitt der Langen Straße aufwändig wie vom Gesetzgeber gefordert beschildert. Das hat bei den Parchimern unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Vielen Bürgern sind die finanziellen Aufwändungen, für die die Stadtverwaltung bis zu 10 000 Euro eingeplant hat, zu hoch. Bürgermeister Bernd Rolly verteidigt die Maßnahmen, da die Sicherheit von Passanten und Verkehrsteilnehmern die Ausgaben rechtfertigen würden. Eine viel zu groß und schlecht platzierte Hinweistafel am Beginn der Fußgängerzone in der Blutstraße soll möglichst bald durch deutlich kleinere Schilder an der Hauswand ersetzt werden.

Geschäftsleute, die sich seit Jahren für die Öffnung eingesetzt haben, sind zufrieden. Offenbar klingeln die Kassen trotz der angespannten Handelssituation in der Langen Straße wieder öfter. "Sind alle Fakten und Zahlen zusammen getragen, muss es seitens der Stadtvertretung eine Entscheidung dahingehend geben, ob die Öffnung bestehen bleibt oder eine Rückumwandlung in eine Fußgängerzone erfolgt", heißt es dazu aus dem Rathaus.


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