Landgericht Rostock : Lange Haftstrafen nach versuchten Totschlag

Die Tat war äußerst brutal. In betrunkenem Zustand warfen zwei Männer ihre Opfer 4,5 Meter in die Tiefe. Auslöser der Tat war ein banaler Streit um den Pfand eines leeren Bierkasten.

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04. März 2014, 19:45 Uhr

Weil sie zwei Männer aus einem Haus 4,5 Meter in die Tiefe geworfen haben, müssen ein 23- und 29-Jähriger für jeweils acht Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Rostock verurteilte sie am Dienstag wegen versuchten Totschlags in zwei Fällen und gefährlicher Körperverletzung. Die zwei hatten zuvor gestanden, im August 2013 ihre 34- und 45-jährigen Opfer aus dem ersten Stock eines Güstrower Abrisshauses geworfen und dabei lebensgefährlich verletzt zu haben.

Der Tat war ein Streit in betrunkenem Zustand wegen des Pfands für einen leeren Bierkasten vorangegangen. Die Täter hatten die beiden zunächst brutal getreten und geschlagen, bevor sie die beiden in die Tiefe warfen. Sie wollten so in den Besitz der Uhr und der Geldbörse eines der Opfer kommen. Die Täter waren laut Gericht voll schuldfähig.

Zu Beginn des Prozesses hatten sie umfangreiche Geständnisse abgelegt, die laut einer Absprache zwischen den Gerichtsparteien zu einem milderen Urteil führten. Der Vorsitzende Richter betonte in seiner Urteilsbegründung, dass es einen Strafrahmen von bis zu 17 Jahren Haft gegeben hätte. Die Tat sei äußerst brutal gewesen, betonte er. Beide Angeklagte hatten sich zu Prozessbeginn bei ihren Opfern entschuldigt. Es sei auch strafmildernd gewesen, dass bei beiden keine bleibenden Schäden zurückblieben.

Für die Schwerverletzten kam erschwerend hinzu, dass sie erst am Folgetag gefunden wurden. Einer der Täter hatte nach der Tat in einem Internet-Café davon erzählt. Daraufhin wurde die Polizei informiert, im Dunkeln hatten die Beamten die beiden aber nicht gefunden. Erst am Morgen seien sie von einem Sicherheitsdienst entdeckt worden. Ohne diesen Zufall wären die Männer nach Überzeugung des Richters gestorben. Er ordnete an, dass die Täter zunächst zwei Jahre Haft absitzen müssen, dann soll eine Entziehungstherapie beginnen.

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