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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 12:19 Uhr

Getreidemahd : Landwirte haben wieder Spaß

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Start der Getreidemahd: MV erwartet gute bis sehr gute Erträge. Bauernpräsident: 2017 wird eines der besseren Jahre

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 20:55 Uhr

Bei den krisengebeutelten Bauern in Mecklenburg-Vorpommern kehrt das Lachen zurück: „Es macht wieder Spaß, Landwirt zu sein“, meinte Detlef Kurreck gestern mit Blick auf die ersten Ernteergebnisse des Jahres: „Die Tränen von 2016 sind getrocknet, in diesem Jahr ist die Getreideernte von anhaltendem Optimismus geprägt“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes gestern in Wöpkendorf nahe Ribnitz-Damgarten. Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in MV eine der schlechtesten Ernten der vergangenen Jahre eingefahren – etwa 16 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Die Preise hatten um bis zu 30 Prozent nachgegeben.

In diesem Jahr nimmt der Betrieb am Getreidesilo wieder zu: Die vor Wochen begonnene Ernte lässt die Kassen klingen. Die in vielen Betrieben bereits wieder beendete Ernte der Wintergerste habe gute bis sehr gute Erträge gebracht – mit regionalen Unterschieden. Im Schnitt 70 bis 80 Dezitonnen je Hektar – die Ergebnisse seien „besser als im Durchschnitt der Jahre“, meinte Kurreck. Raps, Weizen, Roggen: Auch auf den anderen Getreidefeldern sei mit guten bis sehr guten Erträgen zu rechnen. Wenn die Witterung mitspiele, können die Mähdrescher dort voraussichtlich in etwa zehn Tagen mit der Mahd beginnen. Auch Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben würden gute Erträge versprechen.

„Es ist genug gewachsen“, erklärte Kurreck. Er sei optimistisch, dass die Ernte am Ende um 20 bis 30 Prozent höher ausfalle als im vergangenen Jahr.

Allerdings: Mit Beginn der Ernte hätten die Getreidepreise aber nachgelassen. Viele Bauern hätten aber vorgesorgt und Wochen vor Erntebeginn in Vorverträgen gute Preise vereinbart. Zum richtigen Zeitpunkt die Ernte verkaufen – „man muss immer ein wenig zocken“, erklärte Carl Conrad Waydelin, Chef der Wöpkendorfer Agrargesellschaft. Allerdings versuchten die Landwirte das Risiko zu streuen und verkauften in der Regel ein Drittel vor, ein Drittel während und ein Drittel nach der Ernte.

Gute bis sehr gute Getreideerträge, steigende Milchpreise nach jahrelangen Marktkrise: 2017 könne eines der besseren Jahre werden, prognostizierte Bauernpräsident Kurreck. Mit der Gerste komme jetzt das erste Geld in die Kassen, sagte Wöpkendorfs Agrarchef Waydelin. Das sei dringend notwendig: Nach den „miserablen Ergebnissen im vergangenen Jahr“ sei die Liquidität vieler Betriebe angespannt.

Große Sprünge können die Landwirte dennoch kaum machen: Mit dem steigenden Milchgeld und den guten Ernteeinnahmen müssten zunächst die Defizite der vergangenen Jahre ausgeglichen werden. Waydelin: Es werde lange dauern, bis alle Löcher gestopft seien. 

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