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Wahlparty SPD : Heiter mit Erschütterungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2016 | 22:30 Uhr

Wenn das kein gutes Ohmen war: Noch nie, so erzählt Bildungsminister Mathias Brodkorb am Rande der SPD-Wahlparty, habe der Wahlomat bei ihm die SPD als Empfehlung „ausgespuckt“. Meist sei es auf die Grünen hinausgelaufen – auch wenn er natürlich immer die SPD gewählt hätte. Erst der Wahlomat unserer Zeitung habe ihm die Sozialdemokraten empfohlen…

Die Stimmung bei der SPD ist gelöst, geradezu heiter. Als um 18 Uhr die Prognose auf dem Bildschirm im völlig überfüllten Schweriner Restaurant „Brinkamas“ aufleuchtet, brandet Jubel auf. Und dann noch einmal, als lediglich 3,5 Prozent für die NPD angezeigt werden. Buh-Rufe dagegen beim Ergebnis der AfD, um das sich im Laufe des Abends viele Gespräche drehen. Zum Glück, so der Tenor, sei Mecklenburg-Vorpommern hinter dem AfD-Ergebnis von Sachsen-Anhalt zurückgeblieben. Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, nennt es dennoch „erschütternd“, dass 21 Prozent der Stimmen an die AfD gingen. Aber immerhin hätten sich mehr als drei Viertel aller Wähler für eine andere Partei entschieden. Das mache Mut, sei für diese Parteien aber auch eine Verpflichtung.

Parteichef und Ministerpräsident Erwin Sellering stößt nur für wenige Minuten zu seinen Genossen – doch in denen wird er geradezu frenetisch bejubelt. Dass das eigene Ergebnis vor fünf Jahren ein deutlich besseres war, darüber spricht an diesem Abend niemand. Mathias Brodkorb betont, die SPD sei zum fünften Mal nacheinander stärkste Partei geworden. Und: „Wer hätte vor vier Wochen gedacht, dass wir an die 30 Prozent herankommen.“ Das sei doch ein hervorragendes Ergebnis. „Ab heute wird Frau Merkel sich überlegen müssen, was sie anders macht“, betont Brodkorb.

Wie auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus gibt er nur ein kurzes Intermezzo auf der Wahlparty. Dann machen sich beide auf den Weg in ihre Wahlkreise. Sie habe überlegt, ob sie sich ein rotes Kleid anziehen solle, scherzt Brodkorbs Fahrerin, bevor sie in Richtung Rostock startet. Entschieden hat sie sich schließlich zwar für ein festliches, aber goldgelbes.

Sozialministerin Birgit Hesse, die mit Mann und Tochter nach Schwerin gekommen ist, verzichtet auf den Abstecher in den Wahlkreis. „Anna muss ja morgen früh zur Schule“, meint sie. Und fällt gleich wieder dem nächsten Bekannten um den Hals: „Ich freu mich so…“ , bejubelt sie das Abschneiden ihrer Partei. Das Direktmandat wäre noch das i-Tüpfelchen, verrät sie.

Rico Badenschier, SPD-Kandidat für das Oberbürgermeister-Amt in der Landeshauptstadt, feiert erst einmal mit dem Landesverband – und setzt darauf, in zwei Wochen jubeln zu können. „Wenn ich 15 Prozent holen würde, dann hätte mich ja nur jeder Zweite, der für die SPD gestimmt hat, gewählt. Das kann nicht mein Anspruch sein“, gibt sich der Mediziner kämpferisch.

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