Parteien in MV : Landtagskandidaten oft schon im gesetzten Alter

Ein Jungbrunnen wird die Wahl am 4. September aller Voraussicht nach nicht für den Landtag. Im Schnitt sind die Kandidaten auf den aussichtsreichen vorderen Plätzen der Landeslisten an die 50 Jahre alt. Die Ausnahme heißt FDP

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08. August 2016, 05:00 Uhr

Die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern setzen für die Landtagswahl am 4. September häufig auf Kandidaten im gesetzten Alter. Die Politiker, die es auf die ersten zehn Plätze der jeweiligen Landeslisten geschafft haben, sind im Schnitt zwischen 48 Jahre bei den Grünen und 52,3 Jahre bei der CDU alt. Die große Ausnahme ist die FDP. Die Freien Demokraten schicken, passend zu ihrem Wahlkampfslogan „Das junge MV“, die mit Abstand jüngste Mannschaft ins Rennen. Das Durchschnittsalter der ersten zehn Kandidaten beträgt 41,7 Jahre.

Allerdings mäkelt der Landesjugendring, der die Wahlprogramme der Parteien auf jugendpolitische Themen hin abgeklopft hat, am Papier der Liberalen herum. Linke und Grüne hätten eine ganze Reihe jugendpolitischer Themen aufgegriffen, die auch der Landesjugendring fordert, sagte Geschäftsführer Friedhelm Heibrock. Dazu zähle die Sicherung der Jugend- und Schulsozialarbeit im Land, die Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre und die Beteiligung Jugendlicher an sie betreffenden Entscheidungen in den Kommunen. Bei der FDP finde sich davon nichts im Programm.

FDP-Landesgeschäftsführer Johannes Weise sieht seine Partei bei Jugendthemen dennoch gut aufgestellt. So sei man für das Wählen mit 16, auch wenn es nicht im Wahlprogramm steht, sagte er. Ein großer Teil des FDP-Programmes drehe sich um Schule und Bildung. Auch die Familienpolitik sei den Liberalen wichtig.

Zurück zur voraussichtlichen Alterszusammensetzung des am 4. September zu wählenden Landtags: Erweitert man bei den beiden größten Fraktionen im gegenwärtigen Parlament den Blick auf die ersten 20 Listenplätze, bleibt es bei den bereits ergrauenden Jahrgängen: Das Durchschnittsalter der ersten 20 CDU-Kandidaten beträgt 50,5 Jahre. Bei der SPD sind es 49,1 Jahre - was exakt dem Altersdurchschnitt des letzten Landtags zum Zeitpunkt der Wahl 2011 entspricht.

Den Altersmix ihrer Kandidaten-Mannschaften halten die Parteien übereinstimmend für gelungen, wie eine Umfrage ergab. Die Mischung aus erfahrenen und jungen Kandidaten sei ausgewogen, hieß es unisono.„Unter den ersten zehn sind fünf jünger als 45“, führt der SPD-Landesgeschäftsführer Marcus Unbenannt ins Feld. Die CDU verweist darauf, dass von ihren 36 Direktkandidaten acht zwischen 29 und 38 Jahre alt sind. Mit dem 19-jährigen Theo Hadrath stelle die Union einen der beiden jüngsten Kandidaten überhaupt im Bewerberfeld auf.

Allerdings steht er auf dem aussichtslosen Listenplatz 39. Die Linke hat sich nach Angaben ihrer Landesgeschäftsstelle aktiv um junge Kandidaten bemüht - bei einem Altersdurchschnitt der Partei von 68,5 Jahren kein allzu leichtes Unterfangen. Doch es gelang, das Durchschnittsalter der ersten zehn Listenkandidaten von 51,5 Jahren 2011 auf jetzt 48,7 Jahre zu senken, wie Sprecher Björn Griese sagte.„Platz drei ist unter 35 und Platz sechs unter 30“, vermerkt er nicht ohne Stolz. Beide hätten sich schon Sporen in der Kommunalpolitik verdient.

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