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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 19:06 Uhr

Bildung MV : Landtag billigt Inklusionskonzept

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kinder mit Förderbedarf sollen künftig mit den anderen Schülern gemeinsam unterrichtet werden. Doch es soll auch Ausnahmen geben.

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf sollen verstärkt im regulären Schulbetrieb integriert werden, auf Wunsch der Eltern aber auch künftig besondere Förderschulen besuchen dürfen. SPD, CDU und Linke bekannten sich gestern im Schweriner Landtag ausdrücklich zu ihrem gemeinsamen Kurs. Erstmals seit der deutschen Einheit gebe es damit in der Schulpolitik Mecklenburg-Vorpommerns einen parteiübergreifenden Grundkonsens, der für viele Jahre hinweg Sicherheit gebe.

„Dieser Inklusionsfrieden ist historisch“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) in der Debatte zur Inklusionsstrategie des Landes bis 2023. In Mecklenburg-Vorpommern besuchten zuletzt etwa zehn Prozent der Schüler eine Förderschule, im Bundesdurchschnitt waren es gut sechs Prozent. Die UN-Behindertenrechtskonvention zielt darauf, möglichst alle Schüler in ein einheitliches Schulsystem zu integrieren und dafür Barrieren abzubauen.

Brodkorb warnte vor den Folgen eines zu radikalen Schulumbaus. „Wir haben uns ganz bewusst für eine Inklusion mit Augenmaß entschieden, denn Inklusion soll funktionieren“, sagte er. Inklusives Lernen müsse Schritt für Schritt umgesetzt werden und könne „nicht auf Biegen und Brechen erfolgen“, sagte auch der CDU-Abgeordnete Marc Reinhardt.

Die Grünen, die sich aus dem Konsensmodell aller vier demokratischen Fraktionen verabschiedet hatten, erneuerten ihre Kritik an einer unzureichenden Personalausstattung. „Jedes Modell ist hinfällig, wenn die Schulen dafür nicht genügend Personal erhalten“, sagte die Grünen-Abgeordnete Ulrike Berger. Sie forderte 300 weitere Stellen und damit eine Verdopplung der von Brodkorb für die Inklusion angekündigten 240 Extrastellen. Nach Meinung Bergers reichen auch die für bauliche Veränderungen an Schulen bereitgestellten Zusatzmittel nicht aus. So sollten unter anderem aus einem EU-Förderprogramm über mehrere Jahre hinweg insgesamt 15 Millionen Euro bereitgestellt werden. „Aber allein der Bau einer inklusiven Schule in Greifswald kostet 17 Millionen Euro“, sagte Berger.

Die Linke-Abgeordnete Simone Oldenburg hingegen sprach von einem guten Ergebnis für Kinder, Eltern und Lehrer. Insbesondere die Sicherung der Schulwahl sei wichtig. „Niemand darf Eltern vorschreiben, was das Beste für ihre Kinder ist“, sagte sie. Die vereinbarte langfristige Strategie lege die Grundlagen für ein landesweites, flächendeckendes und zuverlässiges gemeinsames Lernen.

Mit der Einrichtung zusätzlicher Lerngruppen für verhaltensauffällige Kinder würden für solche Schüler und auch für Lehrer bessere Bedingungen für eine inklusive Beschulung geschaffen.

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