Engagement MV : Landesweite Ehrenamtskarte lässt auf sich warten

Hessen vergibt schon seit 2006 Ehrenamtskarten an freiwillig engagierte Bürger und würdigt damit deren Wirken. Nun will auch Mecklenburg-Vorpommern eine landesweit gültige Bonuskarte einführen.

Hessen vergibt schon seit 2006 Ehrenamtskarten an freiwillig engagierte Bürger und würdigt damit deren Wirken. Nun will auch Mecklenburg-Vorpommern eine landesweit gültige Bonuskarte einführen.

Für Ehrenamtler gibt es bislang meist nur den warmen Händedruck. Das soll sich nun auch in Mecklenburg-Vorpommern ändern. Spätestens 2019 soll es eine landesweite Ehrenamtskarte geben.

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16. November 2017, 15:00 Uhr

Als eines der letzten Bundesländer will nun auch Mecklenburg-Vorpommern eine landesweit gültige Ehrenamtskarte einführen. Der Landtag forderte auf seiner Sitzung am Donnerstag die SPD/CDU-Regierung mit großer Mehrheit dazu auf, bis Oktober 2018 gemeinsam mit Kommunalverbänden und Ehrenamtsstiftung ein Konzept für die Karte zu entwickeln. Spätestens 2019 soll diese Bonuskarte dann erstmals ausgegeben werden. Auf kommunaler Ebene existiert sie bereits, in Rostock zum Beispiel seit 2011.

Sie soll ehrenamtlich tätigen Menschen kleinere Vergünstigungen ermöglichen, wie verbilligten Eintritt in Theatern, Museen und Schwimmbädern oder auch günstigere Tickets im Nahverkehr. „Wer Verantwortung für andere Menschen übernimmt, verdient Wertschätzung, auch materielle Anerkennung“, sagte die CDU-Abgeordnete Ann Christin von Allwörden. Dem pflichtete Jeannine Rösler von der Linksfraktion bei: „Ehrenamt braucht und verdient mehr als salbungsvolle Worte.“ Sowohl die Regierungsfraktionen von SPD und CDU als auch die oppositionelle Linke hatten Anträge zur Einführung der Ehrenamtskarte vorgelegt. Anders als die Koalition wollte die Linke schon im März kommenden Jahres Vorschläge zur Ausgestaltung der Ehrenamtskarte auf dem Tisch haben, strich diese Frist dann aber aus ihrem Antrag, der ebenfalls angenommen wurde. Die AfD warnte vor zu großem bürokratischem Aufwand, forderte mehr direkte staatliche Hilfen für Vereine und stimmte als einzige Fraktion gegen die Anträge.

Ehrenamt brauche gute Rahmenbedingungen und eine Kultur der Wertschätzung, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD), warb bei der Einführung der Ehrenamtskarte aber noch um etwas Geduld: „Die Umsetzung guter Ideen braucht eine gute Vorbereitung“, betonte sie.

Im Nordosten seien rund 600 000 Menschen ab 14 Jahre ehrenamtlich aktiv, in Sport- und Kulturvereinen, in sozialen und Umwelt-Organisationen, in Freiwilligen Feuerwehren und im Katastrophenschutz. Das entspreche einem Bevölkerungsanteil von 40 Prozent, dem höchsten in allen ostdeutschen Bundesländern, betonte Drese. Diese Bürger würden mit ihrem selbstlosen Einsatz maßgeblich zum Zusammenhalt in einer solidarischen Gesellschaft beitragen.

Im Gespräch mit Kommunalpolitikern und Ehrenamtlern solle nun geklärt werden, wie die zusätzliche Anerkennung mittels Ehrenamtskarte ausgestaltet werden solle. Zudem gelte es, Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen, etwa in der Gastronomie, im Handel oder im Tourismus.

Rösler verwies auf die in Bayern bereits seit Jahren gewährte Ehrenamtskarte. Diese werde ohne bürokratischen Aufwand vor allem an Jugendgruppenleiter und besonders aktive Mitglieder von Vereinen und Feuerwehren vergeben. Die Inhaber würden unter anderem auch Rabatte im Handelsunternehmen und Schnellrestaurants erhalten. „Auch wir sollten Unternehmen für die gute Sache der Ehrenamtskarte gewinnen.

Auch sie hätten etwas davon: Zusätzliche Kunden und Imagegewinn.“ Der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone, der sich seit gut fünf Jahren für eine landesweite Ehrenamtskarte stark gemacht hatte, begrüßte die Entscheidung des Parlaments. Wichtig sei, die kommunale Ebene bei der Vorbereitung eng einzubinden. „Wir wollen nicht nur eine, wir wollen eine gute Ehrenamtskarte, die im ganzen Land ihre Wirkung entfaltet“, betonte Crone. Empfänger sollten jene Ehrenamtler sein, die sich besonders nachhaltig engagierten und dafür auch eine Auszeichnung verdienten. Als Maßstab könne etwa das Ableisten von mindestens 300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr sein.

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