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Ahrendt wird Vizepräsident des Bundesrechnungshofes : Landes-Liberale suchen neuen Chef

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Die Landes-FDP muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen. Grund: Gestern wählte der Bundestag den bisherigen Chef der Nordost-Liberalen, Christian Ahrendt zum Vizepräsidenten des Bundesrechnungshofs.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 10:42 Uhr

Schwerin/Berlin | Die Landes-FDP muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen. Grund: Gestern wählte der Bundestag den bisherigen Chef der Nordost-Liberalen, Christian Ahrendt zum Vizepräsidenten des Bundesrechnungshofs. Ahrendt war bislang zugleich Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und darf in seinem neuen Job das FDP-Amt beziehungsweise -Mandat nicht mehr ausüben. Den Parteivorsitz im Land übernimmt ab der offiziellen Ernennung Ahrendts kommissarisch sein bisheriger Stellvertreter René Domke aus Wismar. Domke denkt darüber nach, sich beim Parteitag im März zur Wahl zu stellen: "Mit dem Gedanken habe ich mich schon ein bisschen beschäftigt", sagte er gestern auf Nachfrage. Ahrendt selber wollte gestern keine Stellungnahme abgeben.

Der bisherige Vorsitzende war innerhalb der Landespartei nicht unumstritten - zum einen wegen seiner häufigen Abwesenheit aufgrund seines Bundestagsmandates, zum anderen aufgrund seines von Kritikern bisweilen als unfair und aggressiv beschriebenen Auftretens. Ahrendt hatte sich 2011 auch einen Machtkampf mit dem damaligen FDP-Fraktionschef im Landtag, Michael Roolf, geliefert, den letzterer verlor. Statt Roolf wurde der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Gino Leonhard, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt, die dann krachend verloren ging. Die FDP zählt seitdem zur außerparlamentarischen Opposition. Der Landesverband hat seit den Landtagswahlen auch rund 130 Mitglieder verloren und zählt nun etwa 870 Köpfe.

Bei Roolf sitzt der Stachel offenbar noch tief: "Ein klares Nein, ohne Wenn und Aber", antwortete er gestern auf die Frage, ob er für den Landesvorsitz kandidieren wolle. Der Landesvorstand setzt sich mittlerweile vor allem aus Ahrendt-Getreuen zusammen. Er wolle sich vor allem für den Mittelstand stark machen, ein Thema, das der Landesvorstand auch vernachlässige.

Gino Leonhard seinerseits schloss nicht aus, sich der Wahl zum Chef der Nordost-Liberalen zu stellen. Schon bei der bislang letzten Vorsitzendenwahl hätten viele gehofft, dass man mit einer neuen Spitze die Partei wieder voranbringen könne. "Was ich mir wünsche, ist, dass wir uns aufraffen können, unsere eigentlichen Themen anzupacken - Bildung, Mittelstand, soziale Verantwortung, Sicherheits- und Rechtspolitik. Gerade Letzteres ist in jüngster Zeit vernachlässigt worden." Ähnlich äußerte sich der Ehrenvorsitzende der Landespartei, Klaus Gollert: "Es gibt Baustellen, auf denen man sich mehr engagieren müsste - Bildung und Kultur beispielsweise." Der Ex-Sozialminister nannte Leonhard und Roolf als für ihn mögliche Kandidaten. Sie hätten parlamentarische und landespolitische Erfahrung, anders als die meisten anderen Liberalen in MV. Kritik übte Gollert an Ahrendt - der habe doch durch sein Bundestagsmandat sehr im Land gefehlt.

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