Pürzelprämie : Land zahlte schon fast 285 000 Euro für Wildschweine

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25 Euro zahlt das Land Jägern für einen Schweinepürzel. Es wird damit gerechnet, dass der Anreiz zu einem höheren Abschuss von Schwarzwild führt. Noch liegen keine Zahlen vor, das Jagdjahr endet erst in einem Monat.

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28. Februar 2018, 21:00 Uhr

Für die erfolgreiche Jagd auf Wildschweine zahlt das Land Mecklenburg-Vorpommern Jägern seit einem Vierteljahr eine „Pürzelprämie“. Ziel ist es, die Zahl der Tiere deutlich zu reduzieren, um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest die Seuche besser in den Griff zu bekommen. Zudem ist die Population ist nach Ansicht von Fachleuten zu groß geworden.   Bis Ende Februar sind nach Angaben des Agrarministeriums vom Mittwoch fast 2000 Anträge auf die 25 Euro Aufwandsentschädigung pro Schwein eingegangen. Für 11 343 erlegte Tiere seien 283 575 Euro ausgezahlt worden. Zum Beweis müssen die Jäger mit den Anträgen die Schwänze (Pürzel) der erlegten Wildschweine beim zuständigen Forstamt beziehungsweise Nationalparkamt abgeben.

Das Ministerium rechnet damit, dass im laufenden Jagdjahr mehr Wildschweine geschossen wurden als in den vergangenen Jahren. Im Schnitt würden rund 60 000 Stück erlegt. Der stellvertretende Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Henning Voigt, sagte, möglicherweise würden es 80 000 werden. Das Jagdjahr endet zum 1. April. Erst danach müssten die Jäger die Streckenzahlen mitteilen.

Voigt wertete die Aufwandsentschädigung als einen „Fingerzeit in die richtige Richtung“. Die Jagd koste Geld, es sei kein Geld damit zu verdienen. Er schätzte, dass drei Viertel der Jäger die Prämie beantragt hätten. Manchem Jäger war allerdings der Aufwand für einzelne Tiere zu hoch. Lieber wäre den Jägern allerdings, wenn sie das Fleisch der Wildschweine vermarkten könnten. Derzeit sei der Preis im Keller, manche Wildhändler wollten keine Schweine mehr annehmen. Dabei könne man in den Städten in der Regel kein Wildbret kaufen. Es sollte in ganz normalen Fleischerläden angeboten werden.

Das Land zahlt die Aufwandsentschädigung noch durchgängig bis zum 31. März 2019 an private und kommunale Waidleute. Die Jäger der Landesforstanstalt als Behördenmitarbeiter erhalten nach Ministeriumsangaben keine Prämie. Die zusätzliche Entschädigung für den Einsatz von Jagdhunden laufe jetzt aus.  

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