Zuschuss : Land zahlt Gärtnern Abwrackprämie

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250 000 Euro für Asbestentsorgung bei Abrisslauben. Förderung ab Frühjahr

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12. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Abwrackprämien für Lauben: Das Land will Kleingartenvereinen beim Abriss nicht genutzter Gartenhäuser unter die Arme greifen und einen Teil der Kosten übernehmen. Bis Ende 2021 soll aus dem Strategiefonds des Landes insgesamt eine Viertelmillion Euro für die Asbest-Sanierung gezahlt werden – jährlich 50 000 Euro, kündigte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Krüger an. Mit dem Fonds könnten bis zu 90 Prozent der Kosten, höchstens aber 1000 Euro je Gartenhaus, für die kostspielige Entsorgung der oftmals aus dem krebserregenden Werkstoff bestehenden Dächer oder Wände übernommen werden. Zunächst müssten sich besonders vom Leerstand betroffene Kleingartenvereine aber zusammen mit den Kommunen auf Entwicklungskonzepte für die Gartenanlagen verständigen und entsprechende Rückbaupläne aufstellen, erklärte Krüger. Ziel sei nicht die Sanierung bestehender Gartenhäuser, sondern der schrittweise Rückbau der Anlagen von Asbestbestandteilen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Förderung könne vom jeweiligen Kleingartenverein beantragt werden. Der Fonds reiche bei Weitem nicht aus, „hilft aber ein Stück weiter“, begrüßte Peter Heinemann, Vorsitzender des Landesverbandes der Gartenfreunde den Plan. Derzeit verständigten sich Land und Hobbygärtner über die Fördermodalitäten. Mit einem Ergebnis sei frühestens im Frühjahr 2018 zu rechnen, hieß es im Landwirtschaftsministerium.

 

Der gefährliche Werkstoff war in der Vergangenheit häufig zu Dächern, Fußböden, Dämmmaterial, Feuerschutz oder Bremsbelägen verarbeitet worden – ab Mitte der 60er- bis in die 80er-Jahre jährlich etwa 170 000 Tonnen in der Bundesrepublik und 70 000 Tonnen in der DDR.

Mit dem Hilfsfonds will das Land den in 66 000 Vereinen organisierten Hobbygärtnern in MV eine finanzielle Last nehmen: Vor allem in ländlichen Regionen würden viele Vereine unter hohen Leerständen leiden. Nach dem Wegzug vieler Hobbygärtner in den vergangenen Jahrzehnten könnten häufig die eigentlich zuständigen ehemaligen Pächter aber nicht mehr herangezogen werden, so dass die Vereine oft überfordert seien, die Abrisskosten allein zu tragen, sagte Heinemann. Etwa 100 Vereine im Ostteil des Landes, aber auch in den Regionen Ludwigslust-Parchim sowie rund um Neubrandenburg seien betroffen. Dort gebe es hohe Leerstände. Je Verein würden zwischen 15 und 20 Parzellen nicht mehr bewirtschaftet.

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