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Natur statt Kanonen : Land will Truppenplatz vom Bund

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Flächenzuwachs in MV: Nach dem Kauf von 32 Seen im vergangenen Jahr will das Land ab 2014 vom Bund den Truppenübungsplatz Lübtheen in Westmecklenburg mit 6000 Hektar Fläche übernehmen.

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erstellt am 16.Aug.2012 | 08:11 Uhr

Schwerin | Flächenzuwachs in MV: Nach dem Kauf von 32 Seen im vergangenen Jahr will das Land ab 2014 vom Bund den Truppenübungsplatz Lübtheen in Westmecklenburg mit 6000 Hektar Fläche übernehmen. Nach dem Abzug der Bundeswehr Ende 2013 wolle das Land das Gelände unter Schutz stellen, die Naturschutzfläche vergrößern und zusätzlichen Landeswald anlegen, kündigte Umweltminister Till Backhaus (SPD) gegenüber unserer Zeitung an. Für entsprechende Verhandlungen mit dem Bund habe die SPD-Landtagsfraktion jetzt grünes Licht gegeben. Erste Gespräche mit dem Verteidigungsminister seien bereits geführt worden. "Ich habe die Hoffnung, dass der Bund ein Einsehen hat und dem Land die Flächen überträgt", forderte Backhaus - kostenfrei.

Vogelgezwitscher statt Kanonenschlag: Mit großen Teilen des Truppenübungsplatzes soll künftig die Kernzone des Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erweitert werden - um etwa 900 Hektar. Darunter seien Flächen mit besonderer Bedeutung, beispielsweise Europas größte Binnenwanderdüne und Heidelandschaften mit vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten. Die Erweiterung des Schutzgebietes sei Voraussetzung für eine dauerhafte Anerkennung als Biosphärenreservat durch die Unesco, sagte Backhaus. Bislang seien die entsprechenden Kriterien noch nicht erfüllt, so dass das Gebiet Gefahr laufe, den Status zu verlieren. Die UN-Organisation habe bereits Korrekturen angemahnt und für 2013 eine Überprüfung angekündigt. Mit der Flächenübernahme könnte MV seine Auflagen gegenüber der Unesco erfüllen, erklärte Backhaus. Voraussetzung für die weitere Anerkennung des 48 000 Hektar großen Einzugsgebietes Flusslandschaft Elbe sei, dass drei Prozent der Fläche unter kompletten Schutz gestellt und nicht mehr bewirtschaftet würden. Mit der Eingliederung des bisherigen Übungsgeländes in das Bisphärenreservat würde das Land zudem Plänen für den Abbau von Braunkohle in der Region nochmals eine eindeutige Abfuhr erteilen, sagte Backhaus. Bis 2013 solle das entsprechende Gesetz Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe im Landtag auf den Weg gebracht werden.

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