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Schwarze Schar : Land will Rockerdomizil für guten Zweck veräußern

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das ehemalige Vereinsheim „Zum Schwarzen Herzog“ der am Mittwoch verbotenen Rockergruppierung „Schwarze Schar MC Wismar“ könnte ab Anfang Februar zum Verkauf stehen. Das Gebäude als auch das Areal sollen zum Vermögen der Rockergruppierung gehören.

Wie eine Sprecherin des Innenministeriums gegenüber der SVZ sagte, „erlangt das Verfügungsverbot des Innenministers nach einem Monat seine Rechtskraft, geht das Grundstück inklusive Gebäude in das Eigentum des Landes MV über“. Ob die Vertreter des verbotenen Clubs die Entscheidung des Innenministers anfechten, ist bislang nicht bekannt. Nach SVZ-Informationen soll die Immobilie dem ehemaligen Chef des MC, Philipp Schlaffer, gehören. Ein juristisches Nachspiel scheint bei solch einer Konstellation nicht ausgeschlossen.

Im Fall einer Veräußerung wird der Erlös aus dem beschlagnahmten Komplex „zur Finanzierung gemeinnütziger Projekte eingesetzt“, so die Sprecherin des Ministeriums.

Die Verwaltung des ehemaligen Rockerdomizils obliegt bis dahin der Stadt Grevesmühlen. Zur dortigen Verwaltungsgemeinschaft gehört die Gemeinde Gägelow, der Standort des bisherigen Vereinsheimes. Sämtliche Schlösser am Haus als auch an den Zufahrtstoren wurden nach der Räumung am Mittwoch getauscht. Ein legaler Zutritt ist nicht mehr möglich.

Inwieweit weiteres Vermögen, Konten und Guthaben, am Mittwoch beschlagnahmt wurden, dazu wollte das zuständige Landeskriminalamt in Schwerin sich nicht äußern. Fest steht: Bei der Durchsuchung des Vereinshauses als auch der Wohnung von Vereinschef Philipp Schlaffer stellte die Polizei Schreckschusswaffen und Baseballschläger sicher.

Das Verbot einer kriminellen Rockervereinigung ist bislang einmalig in Mecklenburg-Vorpommern. Landesweit sind nach Angaben von Innenminister Lorenz Caffier 23 kriminelle Rockervereinigungen bekannt.

Der Bürgermeister von Gägelow, Uwe Wandel, bezeichnete das Verbot „als guten Schritt, wenngleich das Handeln der Truppe und Einzelner damit nicht beendet werden kann“.

 

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erstellt am 09.Jan.2014 | 21:20 Uhr

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