Nach 15 Jahren : Land will Lehrer wieder befördern

Foto: Patrick Pleul/lbn
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Noch im Schuljahr 2012/13 soll es „spürbare Entlastungen" für Lehrer geben. In Abstimmung mit einer Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufes werde derzeit eine Schulgesetzänderung in vorbereitet.

svz.de von
13. Juli 2012, 05:56 Uhr

Schwerin | Noch im bevorstehenden Schuljahr 2012/13 soll es "spürbare Entlastungen " für Lehrer geben. Das kündigte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gegenüber unserer Zeitung an. In Abstimmung mit einer Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufes sei derzeit eine Schulgesetzänderung in Vorbereitung. "Zum Beispiel wurden seit etwa 15 Jahren Lehrer in unserem Land nicht mehr befördert. Das kann und wird so nicht bleiben. Daher setze ich darauf, dass ein umfassendes Maßnahmenpaket gemeinsam mit den Lehrern erarbeitet und dann schrittweise umgesetzt wird", so der Minister.

Brodkorb reagiert damit auch auf die Ankündigung Thüringens, 2013 zur Verbeamtung von Lehrern zurück zu kehren, um mehr junge Lehrer ins Land zu holen. Nunmehr bleiben nur noch in MV, Sachsen und Berlin als Länder, in denen der Nachwuchs nicht verbeamtet wird. "Mit dem Wiedereinstieg in die Verbeamtung wollen wir Thüringen wettbewerbsfähiger im Kampf um die besten Köpfe machen", sagte Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) zur Begründung.

"Die Verbeamtung kann ein Instrument sein, um die Attraktivität des Schuldienstes zu erhöhen. Die Mehrzahl der Länder verbeamtet alle Lehrkräfte", sagte auch der Generalsekretär der Kultusminister-Konferenz Udo Michallik, bis 2011 Kultusstaatssekretär in Schwerin, unserer Zeitung. In ein Beamtenverhältnis wechseln können in Thüringen nicht nur neu eingestellte Lehrer, sondern auch bereits langjährig angestellte Pädagogen. Angesichts von Lehrermangel stehen die Bundesländer in einem harten Wettbewerb um qualifizierte Pädagogen. Auch in MV steht seit Jahren die Frage nach der Verbeamtung. "Selbstverständlich entsteht durch diesen Schritt Thüringens neuer Druck auf das hiesige Lehrerbeschäftigungssystem", so Brodkorb. Und weiter: "Fakt ist: Rund zwei Drittel aller Junglehrer befürworten in Umfragen deutschlandweit die Verbeamtung. Das kann niemand ignorieren. Einer Abstimmung mit den Füßen tatenlos zuzusehen kann sich unser Land nicht mehr leisten", so Brodkorb. Fakt sei aber ebenso: Die Attraktivität des Lehrerberufes hänge nicht von der Verbeamtung allein ab, sondern von vielen Rahmenbedingungen.

Seit Jahren können die angebotenen Stellen an den Schulen des Landers nicht besetzt werden. Im vergangenen Schuljahr gab es lediglich 159 Einstellungen - von 249 Angeboten, 64 Prozent. Die größten Lücken blieben bei Regionalschulen, wo nur 59 von 105 Stellen Bewerber fanden. Die Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrerberufs wird noch in diesem Jahr ihren Abschlussbericht vorlegen, kündigte Brodkorb an. "Mit etwas gutem Willen wird es daher möglich sein, noch zum Schuljahr 2013/14 weitere Maßnahmen einzuleiten."

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