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P+S-Werft Stralsund : Land will Ex-Schiffbauern helfen

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Seit einem Jahr wird nach Investoren für die insolvente P+S-Werft in Stralsund gesucht. Bislang ohne Erfolg. Auch wenn die Landesregierung die Hoffnung nicht aufgibt, baut sie Mitarbeitern nun Brücken in andere Jobs.

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 05:19 Uhr

Stralsund | Die Landesregierung will Schiffbauern aus Stralsund beim Wechsel in andere Berufe finanziell unter die Arme greifen. Arbeitsministerin Manuela Schwesig (SPD) kündigte gestern bei einem Besuch der insolventen P+S-Werft eine sogenannte Neustartprämie an. Maximal 1200 Euro sollen Beschäftigte erhalten, die einen neuen Job annehmen.

Laut Schwesig sollen mit der Neustartprämie mögliche Einkommensverluste gedämpft und der Neuanfang erleichtert werden.

Bezahlt werde die Prämie aus den Mitteln der Transfergesellschaft, die vom Land mit insgesamt 14,5 Millionen Euro ausgestattet worden war. "Wir wollen diese hoch qualifizierten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern halten, und wir wollen, dass sie hier auch eine Zukunftsperspektive haben", betonte Schwesig.

Die Ministerin geht nach eigenen Angaben davon aus, dass auch bei erfolgreicher Investorensuche nicht alle Arbeitskräfte übernommen werden können.

Für die Werft in Stralsund mit einst rund 1200 Beschäftigten fehlt weiter ein Käufer. Mitte Juni hatte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann zwar kleine Fortschritte konstatiert. Ein belastbares Kaufangebot für die Kompaktwerft liegt aber weiterhin nicht vor. Die ebenfalls von der Insolvenz betroffene Wolgaster Peenewerft war von der Bremer Lürssen-Gruppe übernommen worden.

Knapp 1700 Mitarbeiter waren in die nach der Insolvenz eingerichtete Transfergesellschaft gewechselt, wie die IG Metall nach dem Besuch Schwesigs auf der Werft mitteilte. Rund die Hälfte der ehemaligen P+S-Schiffbauer in Stralsund und Wolgast habe mittlerweile aber neue Arbeit gefunden oder sich selbstständig gemacht. Die Transfergesellschaft läuft Ende Oktober 2013 aus. Noch 800 Werft-Mitarbeiter sind laut IG Metall bislang ohne neuen Job.

Nach der Pleite der P+S-Werften hat das Land laut Finanzministerium rund 280 Millionen Euro für fällige Bürgschaften gezahlt, obwohl die Sicherheitenverwertung der insolventen Werften noch nicht abgeschlossen ist. Von dieser Summe würden jedoch 35 Millionen Euro vom Bund an das Land zurückgehen, weil sie durch den Bund rückversichert seien. Nach Angaben des Landes liegt der maximale Ausfallbetrag des Landes durch die Pleite der P+S-Werften bei 271,1 Millionen Euro. Der Betrag könnte sich durch den Verkauf der beiden, einst für Scandlines gebauten und nicht übernommenen Großfähren aber noch reduzieren. Die Fähren liegen weiter am Ausrüstungskai in Stralsund. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung gibt es dafür mehrere Kaufinteressenten.

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