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MV auf dem Reißbrett : Land verzehnfacht Windparks in der Ostsee

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Das Land wird neu geordnet. Die Flächen für Offshore-Windkraftanlagen vor der Küste sollen verzehnfacht, Ackerböden unter Planungsschutz gestellt sowie neue Ansiedlungsflächen in Hafennähe ausgewiesen werden.

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erstellt am 23.Jul.2013 | 07:04 Uhr

Schwerin | MV auf dem Reißbrett: Das Land wird neu geordnet. Die Flächen für Offshore-Windkraftanlagen vor der Küste sollen verzehnfacht, erstmals flächendeckend unterirdische Eignungsgebiete zur Speicherung von Stoffen zur Energiegewinnung sowie neue Ansiedlungsflächen in Hafennähe ausgewiesen und besonders ertragreiche Ackerböden auf vier Prozent der Landesfläche unter Planungsschutz gestellt werden. Das sieht der jetzt vom Energieministerium vorgelegte erste Entwurf des neuen Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) vor. Danach sollen vor der Ostseeküste neben den Windparkflächen Baltic vor Fischland-Darß und Arcadis Ost noröstlich vor Rügen weitere sieben neue Windparkflächen mit einer Gesamtfläche 500 Quadratkilometer freigehalten werden - vor Poel, Rerik, Heiligendamm, Graal-Müritz aber auch nordwestlich vor Hiddensee, östlich von Rügen und ein Testgebiet vor Boltenhagen. Mit dem Entwurf soll sich im Oktober das Kabinett befassen, bevor anschließend ein erstes Anhörungsverfahren beginnt. MV wolle sich damit Flächen für Offshore-Anlagen sichern, die für das Gelingen der Energiewende wichtig seien, sagte Energie-Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich gestern in Schwerin. Das Land verspreche sich zudem von den Offshore-Anlagen auf den Werften und in den Häfen wirtschaftliche Erfolge. Bislang seien die Flächen sehr großzügig ausgelegt worden. Am Ende der insgesamt zwei Anhörungsverfahren würden voraussichtlich nicht alle Gebiete in den neuen Plan aufgenommen. Gegenwind ist programmiert: Vor allem die Gebiete vor Heiligendamm und Graal-Müritz reichten bis auf sechs Kilometer an die Küste heran. Touristiker fürchten wie seinerzeit beim Windpark vor der Halbinsel Fischland-Fischland-Darß-Zingst Beeinträchtigungen.

Der Plan sieht auch neue Ansiedlungsflächen für Investoren in Hafennähe vor. Insgesamt seien weitere 1000 Hektar für neue Industrieansiedlung vorgesehen, davon 660 Hektar für den Hafen Rostock, der Rest für Wismar, Stralsund, Sassnitz und Vierow in Vorpommern. Zudem sind größere Gebiete zur Speicherung von Gasen z. B. im Landkreis Ludwigslust-Parchim und östlich von Rostock reserviert. Große Teile Vorpommerns, in Nordwestmecklenburg und im Landkreis Rostock sollen der Speicherung von Wärmeenergie dienen während in Mecklenburg Vorrangflächen zur Gewinnung von geothermischer Energie ausgewiesen werden sollen. Damit erfolge erstmals eine flächendeckende unterirdische Raumordnung und werde die umstrittene unterirdische Speicherung des Abgases Kohlendioxid (CCS) im Land ausgeschlossen, sagte Ulbrich. Die Geothermie biete großes Potenzial, so dass die geeigneten Gebiete gesichert werden müssten.

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