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Nichts geht mehr : Land verdient immer weniger an Spielbanken

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Die Kugel rollt - doch wie lange noch? Wie ernst es um die Lage der Spielbanken bestellt ist, zeigt die Entwicklung der Spielbankenabgabe ans Land.

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erstellt am 28.Nov.2011 | 07:46 Uhr

Schwerin/Rostock | Die Kugel rollt - doch wie lange noch? Wie ernst es um die Lage der Spielbanken bestellt ist, zeigt die Entwicklung der Spielbankenabgabe ans Land.

Seit 2007 gehen diese stetig zurück. Damals waren es noch 3,5 Millionen Euro insgesamt, die fünf Spielbanken an das Land abgeführt haben. Vor vier Jahren betrug der gesetzliche Abgabensatz 50 Prozent. Mittlerweile sind es nur noch 25 Prozent.

Eine vorläufige Steuerschätzung vom November zeigt, dass die Casino-Betreiber bislang rund eine Million Euro ans Land abgeführt haben. Nicht nur das Herabsetzen der Abgabensätze haben zu diesem drastischen Rückgang geführt, sondern auch die zurückgehenden Umsätze der Spielbanken. Bis zum Ende des dritten Quartals 2011 verzeichneten die Spielbanken in Mecklenburg, zu denen die Casinos in Schwerin und Rostock/Warnemünde zählen, einen Bruttospielertrag von rund 2,3 Millionen Euro. Das sind knapp fünf Prozent weniger als im Vorjahr - in 2010 zählte allerdings noch die Spielbank Waren dazu. Diese ist inzwischen geschlossen.

Dem Schweriner Spielcasino geht es seit einigen Jahren immer schlechter, wie der Geschäftsführer der Spielbanken Mecklenburg GmbH, Thomas Fritz, sagt: "Schwerin macht seit einigen Jahren Verluste, Warnemünde hingegen kleine Gewinne. Doch zusammengerechnet kommen unterm Strich für die Gesellschaft Verluste heraus." Grund ist, die Spielbanken müssen seit in Kraft treten des Glücksspielstaatsvertrages immer mehr Geld für den Spielerschutz ausgeben. Seit 2008 gibt es Ausweiskontrollen an den Eingängen. Mit Blick auf die Spielsüchtigen musste das Personal geschult werden und das kostet. Nicht nur die Ausgaben sind deswegen gestiegen, vor allem sind die Einnahmen wegen rückläufiger Besucherzahlen gesunken - um 18,67 Prozent auf insgesamt 36 173 Gäste. "Es muss sich etwas an der Abgabenregelung ändern. Es kann nicht sein, dass die Spielbanken mehr Abgaben ans Land entrichten müssen, als sie letztendlich einnehmen. Es muss wirtschaftlich bleiben", so Fritz weiter.

Ob weitere Spielbanken im Land geschlossen werden, daran glaubt Thomas Fritz nicht. "Die Innenpolitiker des Landes werden sich hüten, eine Spielbank zu schließen, auch wenn sie unrentabel ist", sagt der Geschäftsführer. Denn ein Casino verhindere letzten Endes das illegale Glücksspiel in Hotelzimmern oder im Rotlicht-Milieu. Hinzu kommen die Spielhallen im Land als immer stärkere Konkurrenz. "Die sprießen wie Pilze aus dem Boden. Aber dort steht niemand an der Tür und fragt nach einem Ausweis", so Thomas Fritz.

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