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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 01:33 Uhr

Land unter im Stadthafen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2012 | 06:56 Uhr

Stadtmitte | An Rostocks Stadthafen hieß es gestern Land unter: Die Hafenterassen versanken fast komplett in den kalten Fluten der Warnow und die Stege zu den Anlegestellen waren unpassierbar für die Bootseigentümer. Auch auf den Straßen sorgte das Hochwasser für erhebliche Beeinträchtigungen. So drückte die Warnow Wasser aus den Gullis und überschwemmte so abschnittsweise die Fahrbahn Am Strande. Zwischenzeitlich wurden darum Sperrungen nötig. Grund für das Hochwasser war ein Sturmtief, das von der Ostsee in Richtung Baltikum zog. Auch in Warnemünde trat das Wasser zeitweise über die Kaikante.

"Die Warnow erreichte gestern einen Höchststand von 1,40 Meter über Normalnull", so Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Normalerweise liegt dieser Wert bei knapp unter 0 Metern über Normalnull. Seit Donnerstagmittag stieg der Pegel der Warnow an. Nachdem er kurzeitig wieder gesunken war, stieg er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut an.

Seltene Höchstwerte: Fähre stellt vorerst Betrieb ein

Bis gestern Mittag kletterte der Pegel weiter in die Höhe und erreichte Werte, die in Rostock nur selten gemessern werden. Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamts, blieb trotzdem ruhig: "Bei Hochwasser können wir grundsätzlich nur abwarten." Trotzdem leitete er Maßnahmen ein - von den Morgenstunden an und bis zum frühen Nachmittag ließ er gestern den nördlichsten Fahrbahnstreifen zwischen Friedrichstraße und Kabutzenhof sowie den Verbindungsweg sperren. Dort stand das Wasser auf den Fahrspuren in den Morgen- und Mittagsstunden centimeterhoch.

So wurde auch der Fußgängerüberweg vom Stadthafen in die Friedrichstraße zeitweise unpassierbar. Wer sich mit Gummistiefel ausgerüstet hatte, musste trotzdem vorsichtig sein, denn vorbeifahrende Autos sorgten für unfreiwillige Duschen am Fahrbahnrand.

Gegen Mittag gab es gestern allerdings Entwarnung. Das Sturmtief war vorübergezogen und das Wasser ging allmählich zurück. Gegen 12 Uhr sagte Ruhnke: "Der Pegel liegt jetzt schon wieder bei rund 1,10 Meter. Bis zum Abend dürfte er wieder normal sein."

Wind bleibt auch heute böig

Wegen des Hochwassers konnte auch die Fähre zwischen Kabutzenhof und Gehlsdorf gestern und vorgestern nicht verkehren. Das teilte eine Mitarbeiterin des Verkehrsverbunds Warnow mit.

Ob sie heute wieder in Betrieb geht, ist gestern noch unklar gewesen. Der heutige Pegelstand ist ausschlaggebend für die Entscheidung. Die größeren Fähren von Scandlines, die zwischen Rostock und Gedser sowie zwischen Rostock und Trelleborg verkehren, hatten mit dem Sturmtief und dem Hochwasser keine Probleme. Sie fuhren auch gestern normal nach Zeitplan.

Auch wenn das Sturmtief bereits vorrübergezogen ist, sagt der deutsche Wetterdienst auch heute noch Sturmböen voraus. Den Pegelstand dürfte diese jedoch nicht wesentlich beeinflussen. Des weiteren fällt heute bei starker Bewölkung zeitweise Regen. Die Temperaturen steigen heute wieder auf Werte zwischen vier und sechs Grad Celsius, während der Wind frisch und böig aus Südwest bis West weht. In der Nacht zu morgen regnet es zeitweise bei meist starker Bewölkung. Die Temperaturen bleiben auch am Sonntag annährend gleich.

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