"Land unter" hat ein Nachspiel

Viel zu tun: Die Kameraden mehrerer Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz.
Viel zu tun: Die Kameraden mehrerer Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz.

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02. März 2010, 11:35 Uhr

Zachow | Erst wochenlang Schnee und nun das Tauwasser. Im Siggelkower Weg in Zachow hieß es am Wochenende "Land unter". Für mehrere Feuerwehren folgte ein stundenlanger Einsatz.

Vom Tessenower Berg aus floss die Schneeschmelze über die Straße und setzte die angrenzenden Grundstücke unter Wasser. "Am Vormittag war noch alles halb so schlimm, aber gegen Mittag wurde die Situation bedrohlich", sagt Maritt Siegmund. Gemeinsam mit ihrem Mann Heiko sowie den Helferinnen Gerlind Lorenz und Doreen Wolf hatten sie alle Hände voll zu tun, um das Haus zu sichern. "Für diese Fälle haben wir schon seit Jahren Sandsäcke in der Garage parat", so Heiko Siegmund. Zusätzlich wurde aus festem Schnee ein Eisdamm angelegt. Das heranströmende Tauwasser konnte dadurch um das Haus und die Garage herum auf eine dahinter liegende Fläche geleitet werden.

Schließlich wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tessenow zu Hilfe gerufen und später die Poltnitzer und dann auch noch die Marnitzer Wehr nachalarmiert. Zwar kämpften die Kameraden mit allen Kräften und mehreren Pumpen, doch das Bändigen der Wassermassen war schwieriger als gedacht. Vom Tessenower Berg kam immer mehr Nachschub.

Die Anwohner waren über den Einsatz der Kameraden froh, hielten aber mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. "Gegen 12 Uhr haben wir den Gemeindewehrführer verständigt, aber erst kurz nach 13.30 Uhr kam Hilfe", beklagt sich eine Anwohnerin. Wehrführer Wolfgang Schumann gab zu bedenken, dass er seine Kameraden erst zusammentrommeln musste und die Situation zunächst nicht bedrohlich war.

Um 13.27 Uhr wurde die Schweriner Leitstelle informiert, die dann Alarm für Tessenow auslöste. Eine Stunde später, um 14.22 Uhr, wurden die Kameraden aus Poltnitz nachalarmiert und um 15.46 Uhr gab es einen zusätzlichen Alarm für die Marnitzer Wehr. Für die beteiligten Wehren und die Anwohner ging der Kampf gegen das Schmelzwasser auch am Sonntag weiter. "Immer wieder haben wir hier dieses Malheur und keiner ist zuständig", empört sich ein genervter Anwohner.

Bürgermeister: Hier muss endlich etwas passieren

Der Wasser- und Bodenverband und das Amt Eldenburg Lübz sind informiert, haben aber bislang nichts unternommen. Vor Ort hieß es dann, es fehle am Geld.

Während der Wasser- und Bodenverband Unterstützung signalisiert haben soll, sich an den Kosten für eine Verrohrung unter der Straße einzusetzen, habe das Amt nicht reagiert. Bürgermeister Reinhard Müller, der am Sonnabend selbst vor Ort war, versprach, dringend für Abhilfe zu sorgen.

Auch in Kladrum musste die Feuerwehr am Sonnabendabend ausrücken, weil im Kossebader Weg ein Grundstück unter Wasser stand.

Auf der Straße von Marnitz nach Grabow behinderte am Sonntag Wasser die überflutete Fahrbahn.

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