Fehlende Nutzungsalternativen : Land trennt sich von Schloss Karlsburg

Das Schloss Karlsburg wurde ab 1731 errichtet und war bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Bismarck-Bohlen.
Das Schloss Karlsburg wurde ab 1731 errichtet und war bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Bismarck-Bohlen.

Uni-Medizin und Institut räumen Gebäude. Verkauf stößt bei einigen auf Unverständnis

svz.de von
10. Januar 2018, 05:00 Uhr

Das Land trennt sich vom vorpommerschen Barockschloss in Karlsburg. Der Verkauf wird derzeit vorbereitet, wie ein Sprecher des Finanzministeriums sagte. Als Grund nannte das Land den Rückzug der Universitätsmedizin Greifswald aus der Immobilie und fehlende Nutzungsalternativen durch die Landesverwaltung.

Vorpommerns Schlösser sind im Verhältnis zu den Mecklenburger Herrschaftssitzen bei den Landesimmobilien unterrepräsentiert. Auch in Reaktion auf die Kritik aus Vorpommern hatte sich das Land im Dezember bereit erklärt, den Weg für die Sanierung des Schlosses Ludwigsburg – es ist das letzte komplett erhaltene Pommernschloss in Vorpommern – frei zu machen.

Die Kritik an den Verkaufsplänen des Landes für das nur wenige Kilometer von Ludwigsburg entfernte Schloss Karlsburg hält sich zumindest nach offizieller Lesart in Grenzen. Wenn sich mit dem Verkauf eine sinnvolle wirtschaftliche Nutzung für das Schloss eröffne, sei die Entscheidung zu begrüßen, sagte der vorpommersche CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Lisko. Die Landrätin von Vorpommern-Greifswald, Barbara Syrbe (Linke), bat darum, die Gemeinde Karlsburg „in geeigneter Weise“ in den Verkaufsprozess miteinzubeziehen.

Die Uni-Medizin hat das Schloss bereits geräumt, das nicht zur Uni-Medizin gehörende Institut für Diabetes „Gerhard Katsch“ wird voraussichtlich Ende 2018 in ein neueres Gebäude auf dem Areal ziehen. Institutschef Eckhard Salzsieder findet indes deutlichere Worte, er spricht gar von Widerstand gegen die Landespläne. Das Schloss sei in ein komplexes Ensemble von Forschungs- und Klinikeinrichtungen eingebunden und damit nicht einfach an einen neuen Investor zu bringen, sagte Salzsieder. Schloss Karlsburg wurde ab 1731 errichtet und war bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Bismarck-Bohlen. Zu DDR-Zeiten beherbergte es das Zentralinstitut für Diabetes. Mit der Wende übernahm das Land die Immobilie.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Schlosses wurden in den vergangenen Tagen auch 13 historische Gemälde in das Depot der Staatlichen Museen nach Schwerin gebracht, wie das Finanzministerium bestätigte. Die Gemälde seien im Eigentum einer Erbengemeinschaft und im Einvernehmen dieser nach Schwerin gegangen.

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