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P+S-Transfergesellschaft soll verlängert werden : Land stockt Werfthilfe auf

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Das Land Mecklenburg-Vorpommern arbeitet an einer Verlängerung der Transfergesellschaft für die früheren Mitarbeiter der P+S-Werften. Die Landesregierung führt derzeit entsprechende Gespräche mit den Beteiligten.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2013 | 07:08 Uhr

Stralsund | Das Land Mecklenburg-Vorpommern arbeitet an einer Verlängerung der Transfergesellschaft für die früheren Mitarbeiter der P+S-Werften. Die Landesregierung führe derzeit entsprechende Gespräche mit den Beteiligten, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Christian Moeller, gestern. In die Gespräche sind neben Vertretern aus dem Wirtschafts- und Sozialministerium die Insolvenzverwaltung, IG Metall und Betriebsräte einbezogen. Zu den Modellen und möglichen zusätzlichen Kosten für das Land wollte sich die Landesregierung aktuell nicht äußern.

Gibt es bis Ende April keine Lösung, werden mehr als 500 P+S-Werftler arbeitslos oder nehmen Jobangebote außerhalb der Region an, weil für sie die auf sechs Monate begrenzte Vertragslaufzeit in der Auffanggesellschaft endet. Sorge bereitet der Gewerkschaft vor allem der Standort Stralsund mit einst 1200 Beschäftigten, für den es bislang keinen Käufer gibt. Eine Werft müsse warm gehalten werden, damit sie für einen Investor attraktiv ist. Könne der Interessent nicht auf einen Pool hochqualifizierter Mitarbeiter in der Region zurückgreifen, werde der Verkauf schwieriger und die Zukunft der Schiffbautradition in Stralsund immer fraglicher.

Das Land hatte im Herbst 2012 für die Transfergesellschaft Küste Mecklenburg und Vorpommern (TGKMuV) Mittel in Höhe von insgesamt 24,2 Millionen Euro bereitgestellt. Dazu kamen eine weitere Million Euro, um den Verbleib der Auszubildenden auf den Werften zu sichern. Die Auffanggesellschaft ist bis 31. Oktober 2013 befristet. Eine Verlängerung darüber hinaus müsste vom Land finanziert und von der EU genehmigt werden, die im Herbst 2012 dem Abwicklungsplan zugestimmt hatte. Nach Angaben von Transfergesellschafts-Chef Oliver Fieber wechselten bislang 1190 von 1727 P+S-Mitarbeitern in die Auffanggesellschaft. Die letzten rund 500 P+S-Mitarbeiter kommen von Mai an für ein halbes Jahr dazu. Nach Angaben der Gewerkschaft könnte die Verlängerung unter anderem aus eingesparten Mitteln finanziert werden, die sich durch den Verkauf der Wolgaster Werft an die Bremer Lürssen-Gruppe ergeben. Lürssen übernimmt zum 1. Mai die Werft an der Peene mit rund 360 Mitarbeitern. Knapp die Hälfte der 1190 in die Transfergesellschaft gewechselten Mitarbeiter haben nach Angaben Fiebers inzwischen Vermittlungsangebote auf dem ersten Arbeitsmarkt angenommen, darunter auch jene rund 300 Beschäftigten, die für die Stralsunder Schiffbaugesellschaft bis Anfang 2014 die Fähren für die dänische Reederei DFDS fertigstellen. Weitere frühere P+S-Mitarbeiter seien bereits an anderen Werftstandorten Norddeutschlands beschäftigt, sagte Fieber.

Unterdessen fordern die norddeutschen Industrie- und Handelskammern von der Bundesregierung mehr Einsatz für die maritime Wirtschaft. Sie sei im Zuge einer Gesamtstrategie für Wachstum und Beschäftigung zu stärken.

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