Ausbildung in MV : Land stockt Hilfe für Lehrlinge auf

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Bei weniger als 400 Euro Azubi-Geld gibt es Zuschüsse für Unterkunft und Schulfahrt

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08. Dezember 2014, 11:45 Uhr

Zusätzliches Geld für Lehrlinge: Das Land bessert das bislang gescheiterte Zuschussprogramm für finanzschwache Auszubildende auf. Ab Frühjahr 2015 sollen alle Azubis mit weniger als 400 Euro Lehrlingsgelt im Monat Zuschüsse für die Unterkunft sowie die Hin- und Rückfahrt zur Berufsschule beantragen können, kündigte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung an. Ein Drittel der Kosten trage das Land, ein Drittel die Ausbildungsunternehmen und den Rest die Familien selbst. Bislang wurde nur Auszubildenden aus Hartz-IV-Familien Fahrt- und Unterkunftshilfen gewährt. Zudem sollen die Zuschüsse im Voraus bezahlt werden, um die Lehrlinge vor Rückzahlungen von Hartz-IV-Leistungen zu bewahren. In den vergangenen Monaten hatte die Arbeitsverwaltung in einigen der bisher wenigen genehmigten Förderfälle die Beihilfe auf die Sozialleistungen angerechnet und einen Teil zurückgefordert, so dass die Betroffenen unterm Strich ohne Landeshilfe dastanden. Monatelange hatten Juristen von Arbeitsverwaltung und Land nach einer entsprechenden Regelung gesucht. Dadurch habe sich die ursprünglich bereits für diesjährige Schuljahr angekündigte Richtlinie verzögert, sagte Brodkorb.

Kostspielige Fahrtkosten zur nächsten Berufsschule besonders in Bundes- und Landesfachklassen würden viele Bewerber in der Vergangenheit von einer Lehre abgehalten, klagen Unternehmen immer wieder. Das Land hatte daraufhin vor zwei Jahren einen 100 000-Euro-Zuschussetat aufgelegt. Bislang erweist sich das Förderprogramm allerdings als Flop: Im vergangenen Jahr seien aus dem 100 000-Euro-Topf insgesamt lediglich 975,79 Euro, in diesem Jahr bislang 326,16 Euro ausgezahlt worden, teilte das Bildungsministerium mit. Die Zahl der Anträge liegt Brodkorb zufolge auf Vorjahresniveau. 2013 hatten nach Ministeriumsangaben lediglich 20 Auszubildende Finanzzuschüsse für die Hin- und Rückfahrt zur Berufsschule und zur Unterkunft beantragt.

Bisher scheitert die Unterkunfts- und Fahrthilfe vor allem an der Weigerung der Arbeitgeber, sich wie vereinbart mit einem Drittel an den Kosten zu beteiligen. Brodkorb hält dennoch an der Drittellösung fest: 200 bis 300 Euro Mehrkosten für die Unternehmen seien machbar, meinte er.

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