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Windkraft und Biogas-Anlagen : Land stellt Pläne für erneuerbare Energien vor

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Einfachere Bedingungen für Windkraftinvestoren und kleinere Biogas-Anlagen, eine größere wirtschaftliche Beteiligung der Bürger, neue Testgebiete, mehr Forschung: MV treibt den Ausbau der erneuerbaren Energie voran.

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erstellt am 23.Feb.2012 | 10:38 Uhr

Schwerin | Einfachere Bedingungen für Windkraftinvestoren, neue Bauflächen, kleinere Biogas-Anlagen, eine größere wirtschaftliche Beteiligung der Bürger, neue Testgebiete, mehr Forschung: MV treibt den Ausbau der erneuerbaren Energie voran. In den kommenden Jahren sollen die Flächen für den Bau von Windkraftanlagen verdoppelt werden, von derzeit 0,75 auf 1,5 Prozent der Landesfläche, kündigte Energieminister Volker Schlotmann (SPD) gestern in Schwerin an. "Ziel ist kein Wildwuchs, sondern eine gesteuerte Steigerung der Windenergienutzung." Das reicht der Wirtschaft nicht: Die Branche will die Windenergiefläche vierfachen.

Nach monatelangen Anlaufschwierigkeiten beim Aufbau des von der rot-schwarzen Koalition vereinbarten neuen Energieministeriums wird Schlotmann jetzt konkret: Ab März sollen die Kriterien in den Windeignungsgebieten vereinfacht werden. Die bislang geltende Mindestgröße von 75 Hektar werde auf 30 Hektar reduziert. Die derzeit geltende Abstandsregelung von fünf Kilometern soll flexibel angewandt werden dürfen, sagte Schlotmann. So könnten zusätzliche Flächen ausgewiesen werden. Allerdings: Die geltenden Abstandsregelungen zu Wohngebieten von 1000 Metern bleiben bestehen.

Windkraftanlagenbauern sollen künftig neue Testgebiet zur Verfügung gestellt werden. Schärfere Vorgaben gelten künftig für Biogaskraftwerke. Riesenanlagen mit 20 Megawatt Leistung, wie sie in der Vergangenheit in Penkun und Güstrow genehmigt wurden, seien "ökologisch umstritten" und solle es nicht mehr geben. Gefördert würden dezentrale, kleinere Anlagen mit zwei bis drei Megawatt, meinte Schlotmann. "Das ist in Mecklenburg-Vorpommern vertretbar." Neue Flächen auch für Solarstromanlagen: So wolle das Land beispielsweise in den kommenden Jahren nicht genutzte Kiesabbauflächen für den Aufbau von Photovoltaikanlegen nutzen.

Noch im ersten Halbjahr soll ein Darlehensfonds zur Finanzierung von Energie- und Klimaschutzprojekten aufgelegt werden und beispielsweise die Forschung neuer Speicherkapazitäten unterstützt werden. "Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien in Mecklenburg-Vorpommern hat für uns Priorität. Damit können neue, gut bezahlte Arbeitsplätze im Land geschaffen werden", setzte Schlotmann gestern seine "Leitplanken der Energiepolitik" der nächsten fünf Jahre. Bislang stammten 46 Prozent der Gesamtstromproduktion in MV aus regenerativen Energiequellen - noch "in diesem Jahrzehnt" sollen es 100 Prozent sein, sagte Schlotmann. Dazu solle u. a. das Konzept Energieland 2020 fortgeschrieben und ein Energierat mit einem Dutzend Fachleuten eingesetzt werden. Vor allem aber setze er auf mehr Beteiligung der Bürger, auf neue Modelle der wirtschaftlichen Teilhabe der Anwohner wie bei Bürgerwindparks und Bürgersolarparks. Ohne die Kommunen werde die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr als symbolische Bedeutung haben, sagte Schlotmann.

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