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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 09:07 Uhr

Land stellt 320 Lehrer ein

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jul.2013 | 09:54 Uhr

Schwerin | Zum Schuljahresstart in Mecklenburg-Vorpommern am Montag treten nicht nur 12 800 Erstklässler erstmals zum Unterricht an, sondern auch 320 Lehrer. Wie Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestern sagte, stellt das Land damit fast doppelt so viele Pädagogen ein wie zu Schuljahresbeginn im Vorjahr. Für 59 Stellen hätten sich jedoch keine geeigneten Bewerber gefunden. 53 zusätzliche Vertretungslehrkräfte sollen aber helfen, den Stundenausfall an den 566 Schulen im Land weiter zu senken.

"Wir hatten in den Vorjahren immer große Mühe, junge Lehrer zu binden. In diesem Jahr haben wir da einen deutlichen Sprung gemacht. 85 Prozent der ausgeschriebenen Stellen sind besetzt. Das ist die mit Abstand beste Quote", betonte der Minister. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Start ins neue Schuljahr für die landesweit 136 900 Schüler und insgesamt 10 500 Lehrer reibungslos erfolgen wird. Grüne und Linke warfen Brodkorb aber eine konzeptionslose Bildungspolitik vor.

Gründe für die seiner Meinung nach positive Entwicklung sieht Brodkorb in einer bundesweiten Lehrerwerbung, guter Arbeit der Schulämter, vor allem aber in den angekündigten Verbeamtungen. Dies spiele eine große Rolle. "Wir haben viele Nachfragen von Pädagogen, die in Randregionen Mecklenburg-Vorpommerns wohnen und zur Arbeit in Nachbar-Bundesländer pendeln. Sie sind dort verbeamtet, wollen aber nach Hause kommen", sagte Brodkorb.

Schon in dieser Woche werden erstmals Referendare als Beamte auf Widerruf ernannt. Reguläre Verbeamtungen solle es vom Schuljahr 2013/2014 an geben.

Vom kommenden Schuljahr an greife auch das von der Landesregierung beschlossene 50-Millionen-Euro-Paket für Schulen, das weitere Verbesserungen bringe. Brodkorb kündigte Veränderungen auch schon für das jetzt beginnende Schuljahr an. So werde ein freiwilliges 10. Schuljahr an vier Standorten von Förderschulen angeboten, mit dem die Berufsreife erworben werden könne. Das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler wird benotet. "Wir brauchen einheitliche und verständliche Bewertungen. Eine breite Mehrheit der Bevölkerung trägt das mit", verteidigte der Minister die umstrittene Neuerung. Zudem sollen die Kernfächer Deutsch und Mathematik weiter gestärkt werden.

"Angesichts der vielen Probleme im Bereich Schule ist allen Beteiligten nur zu wünschen, dass sie mit viel Kraft und Engagement den Schulalltag meistern", erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. Sie beklagte gravierende Kürzungen bei den Förderstunden für Kinder mit Lese- und/oder Rechtschreibschwäche. Gerade angesichts der deutschlandweit höchsten Schulabbrecherquote sei dies unverantwortlich. Das Fehlen von mehr als 100 Schulleitern sei zudem beredter Ausdruck der herrschenden konzept- und orientierungslosen Schulpolitik. "Eine Schule ohne Leitung ist wie ein Schiff ohne Kapitän und Kompass", warnte Oldenburg.

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