Land steht zu Werften-Kredit

Jürgen Seidel
Jürgen Seidel

svz.de von
27. Dezember 2008, 01:58 Uhr

Schwerin | Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) hat das 60 Millionen Euro schwere Darlehen des Landes für die Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde verteidigt. Der Schiffbau sei innerhalb kürzester Zeit in Schwierigkeiten geraten, und zwar durch eine Halbierung der weltweiten Frachtraten sowie einen Strategiewechsel der Banken. "Die HSH-Nordbank, der größte Schiffsfinanzierer, hat sich aus der Finanzierung von Schiffen in Mecklenburg-Vorpommern völlig zurückgezogen", erläuterte Seidel. Im Falle Wadan sei noch die Übernahme durch eine russische Investmentgesellschaft hinzugekommen. Ganz kurzfristig habe zusätzliche Liquidität beschafft werden müssen. "Es drohte eine ganz schwierige Situation", sagte der Minister.

Die Landesregierung habe die Zahlung des Darlehens gegen Sicherheiten gebilligt. "Es gibt ein ganz klares Verfahren, dass der Geldstrom nur fließt, wenn klar ist, wofür das Geld verwendet wird." Nur für konkrete Rechnungen, z. B. für Motoren oder Löhne, werde es Geld geben. Zudem sollen die Werften 2009 in das 15-Milliarden-Programm des Bundes aufgenommen werden. Dann soll der Landes-Kredit durch vom Bund verbürgte Darlehen abgelöst werden.

Der Minister räumte ein, dass die russische Investmentgesellschaft FLC West, die 70 Prozent der Wadan-Anteile hält, eigentlich liquide sein müsste. "Das nimmt man so an." Die Russen hätten mit 250 Millionen Euro für die beiden deutschen Werften und einen weiteren Betrieb in der Ukraine einen "relativ hohen Preis" bezahlt. Bei den Darlehensverhandlungen mit den Gesellschaftern seien Zweifel an deren Geschäftsstrategie aufgekommen. "Das war der Grund, warum ich nach Moskau gefahren bin", sagte Seidel. Dort habe ihm der russische Industrieminister Viktor Christenko bestätigt, dass die russische Handelsflotte modernisiert werden solle. Da der russische Schiffbau dies nicht allein leisten könne, seien Kooperationen mit ausländischen Unternehmen wie den Werften in Deutschland sehr erwünscht. Man habe ihm über viele Gespräche berichtet. Seidel: "Aber Gespräche hin, Gespräche her, die Werft braucht die Aufträge."

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