Wittenburg Village : Land setzt für Outlet-Center Grenzen

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Wittenburg streitet mit Neumünster und Soltau um Kunden. 570 neue Jobs sind geplant

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13. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Es soll eines der größten Einkaufszentren in Westmecklenburg werden und wird mit anderen Outlet-Centern in der Region Hamburg doch nur schwer mithalten können: Das Land setzt den Investoren des Einkaufs- und Freizeitparks Wittenburg mit seinen geplanten 570 neuen Jobs Grenzen. So dürfe die Verkaufsfläche im Fabrikverkaufszentrum die Größe von 12 600 Quadratmetern für 60 Geschäfte nicht überschreiten, teilte das Infrastrukturministerium am Mittwoch mit. Zudem sollen Obergrenzen für die geplanten Warensortimente Bekleidung, Schuhe, Lederwaren und Sonstiges festgelegt und ausschließlich Markenware als Auslaufmodelle oder Artikel zweiter Wahl zu Preisen angeboten werden, die mindestens 20 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers liegen müssen.

Die Pläne sind ambitioniert: Es müsse gesichert werden, dass das vorgesehene Gesamtpaket realisiert werde, forderte die IHK Schwerin: Die Umsetzung von Teilvorhaben brächte nicht die touristischen Effekte, auf die die Region hoffe. 1,5 Millionen Besucher erwarten die Investoren jährlich, davon eine Million im Outlet-Center. Dafür sollen für 71,6 Millionen Euro u. a. ein bestehendes Hotel auf maximal 600 Betten erweitert werden, 90 Ferienhäuser entstehen, Tennisplätze, ein Kletterpark und Mountain-Bike-Parcour, ein Golf-Abschlagübungsplatz sowie ein Schwimmbad entstehen, die auch von Schulen und Vereinen genutzt werden sollen. Dazu gehen die Investoren in einem Standortvertrag mit der Stadt und dem Land weitreichende Verpflichtungen ein. Danach soll ein Prüfer „in den ersten zwei Jahren nach Eröffnung jährlich sowie in den darauf folgenden sechs Jahren alle zwei Jahre die Einhaltung dieser Kriterien“ kontrollieren. Zudem sagen die Geldgeber die Einrichtung einer Touristeninformation zu, die sie der Stadt Wittenburg kostenfrei überlassen wollen.

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Große Pläne in Wittenburg: Das Kundeninteresse bleibt zunächst abzuwarten. So setzt der Standort wie beim Bau der Skihalle vor allem auf Besucher aus Hamburg. Die kamen seinerzeit nur zögerlich aus der Hansestadt, so dass der ursprüngliche Betreiber des Ski-Zentrums in die Pleite rutschte – auch weil die Hanseaten damals oft den Besuch in der nahen Skihalle Bispingen vorzogen. Die Situation ähnelt sich: Und so muss sich Wittenburg die Kunden mit den von Hamburg ebenfalls nur 75 Kilometer entfernt liegenden Outlet-Centern in Neumünster und Soltau teilen. Zumindest Neumünster kann aber mit einer doppelt so großen Fläche und doppelt so vielen Geschäfte punkten.

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