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Ab Sommer freies Angeln für Kinder bis 14 Jahre : Land schafft Prüfungspflicht für junge Angler ab

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Rute frei am Angelteich: Kinder bis 14 Jahre sollen künftig in MV ohne Fischereischeinprüfung angeln können. Der Landtag will noch vor der Sommerpause das Fischereigesetz ändern.

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erstellt am 23.Feb.2013 | 09:58 Uhr

Schwerin/Rostock | Freier Fischfang: In MV wird bis zum Sommer die Fischereischeinpflicht für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren abgeschafft. Über eine entsprechende Gesetzesänderung wird der Landtag voraussichtlich vor der Sommerpause entscheiden. Ein Gesetzentwurf der Landesregierung sei derzeit im schriftlichen Anhörungsverfahren und soll im April im Agrarausschuss beraten werden, erklärte der Ausschussvorsitzende Fritz Tack (Linke) gestern in Schwerin. "Wir gehen davon aus, dass das Gesetz noch vor der Sommerpause vom Landtag verabschiedet wird", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Nils Saemann. Die Abschaffung der Fischereischeinpflicht für Kinder und Jugendliche "entlastet das Fischereischeinwesen und verbindet die Untergrenze für die Fischereischeinpflicht mit der Untergrenze der Strafmündigkeit."

Mit der Gesetzesänderung müssten Jugendliche in MV erst mit dem 15. Lebensjahr eine entsprechende Angelprüfung ablegen. Kindern werde so der Einstieg erleichtert, begrüßte Axel Pipping, Geschäftsführer des Landesanglerverbandes in Görslow nahe Schwerin, gestern die Pläne. Im Alter von zehn Jahren seien viele Kinder noch nicht so reif, die schweren Prüfungsfragen für den Fischereischein zu beantworten. Würden sie bei einer Prüfung erst einmal durchfallen, breche für viele oftmals eine Welt zusammen, so Pipping: "Dann geht das Interesse am Angeln schnell verloren." Ganz ohne Genehmigung und Auflagen können Kinder aber nicht in jedes Gewässer die Rute reinhalten. Wie beim Touristen-Fischereischein müssten auch die bis 14-Jährigen eine Angelerlaubnis der jeweiligen Pächter der Gewässer erwerben, sagte Pipping. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Fische tierschutzgerecht aus dem Wasser geholt würden. Seien die Kinder Mitglieder im Angelverein, würden sie dort angeleitet. 2012 hätten die landesweit mehr als 600 Anglervereine etwa 1000 neue Mitglieder aufgenommen. Insgesamt zähle der Landesverband 43 000 Mitglieder, davon etwa 3500 Kinder und Jugendliche.

SPD und CDU hatten im Koalitionsvertrag eine Deregulierung des Fischereigesetzes vereinbart. Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte ursprünglich bereits für 2012 den Fall der Fischerscheinpflicht für Kinder angekündigt. Allerdings brachte die rot-schwarze Landesregierung einen entsprechenden Gesetzentwurf erst im vergangenen Dezember auf den Weg. Wegen der neuen Regeln hatte die Tierrechtsorganisation PETA Agrarminister Backhaus mit einer Strafanzeige gedroht. PETA sieht darin einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wonach das Töten eines Wirbeltieres nur mit den notwendigen Kenntnissen erfolgen dürfe.

Die Lockerung der Fischereischeinpflicht scheint im Landtag allerdings weitgehend unstrittig. Pläne des Landes, die Dauer der bislang auf mindestens zwölf Jahre festgeschriebenen Fischereipachtverträge zu verringern, sorgen hingegen für Kritik. Bei kürzeren Pachtzeiten gerate die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Gewässer in Gefahr, meinte Anglerverbandschef Pipping. Die Seen würden dann möglicherweise nur noch stiefmütterlich bewirtschaftet, lehnte er die Pläne ab. Die Pachtzeiten sollten auf zwölf Jahre festgeschrieben bleiben.

 

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