zur Navigation springen

Bodengeschäft bis 2016 abgeschlossen : Land kauft vom Bund tausende Hektar Ost-Acker

vom

Annäherung im bisher größten Bodengeschäft in Mecklenburg-Vorpommern: Das Land will bis spätestens 2016 die bis dahin noch verbleibenden 50 000 Hektar ehemals volkseigener Ackerflächen in MV vom Bund aufkaufen.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 10:32 Uhr

Schwerin | Annäherung im bisher größten Bodengeschäft in MV: Das Land will bis spätestens 2016 die bis dahin noch verbleibenden 50 000 Hektar ehemals volkseigener Ackerflächen in MV vom Bund aufkaufen. Nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen sei eine Übernahme bis dahin realistisch, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gegenüber unserer Zeitung. Dabei gehe es um eine Zwei-Länder-Lösung. Neben MV dränge auch Sachsen-Anhalt auf die Übernahme der noch zur Privatisierung anstehenden Acker- und Grünlandflächen. Inzwischen habe man sich in den Verhandlungen angenähert, sagte Backhaus. Die anderen Ost-Länder seien nicht an einer Übernahme interessiert.

Die Agrarflächen sollen von der Landgesellschaft verwaltet und an Agrarbetriebe in MV verpachtet werden. Der Plan werde sowohl von Ministerpräsident Erwin Sellering als auch von Finanzministerin Heike Polzin (beide SPD) unterstützt. Die Flächenübernahme solle kreditfinanziert werden. Eine entsprechende Bankzusage liege bereits vor. Voraussetzung sei der Kauf zum Ertragswert, sagte Backhaus. Ein Kauf zu Höchstgebot oder Verkaufswert sei nicht akzeptabel. Zur Höhe der Kaufsumme wollte er sich nicht äußern. Früheren Angaben zufolge hatte MV eine halbe Milliarde Euro geboten, der Bund aber eine Milliarde Euro verlangt.

Bislang werden die Flächen von der bundeseigenen Bodenverwaltungs- und -verwertungsgesellschaft (BVVG) verwaltet und Landwirten und Privatinvestoren zum Kauf angeboten worden. MV bemüht sich seit mehr als zehn Jahren um die Übernahme des Bundesackers. Damit will das Land den Landwirten den Druck beim Bodenkauf nehmen. Die Preise für Agrarflächen waren in den vergangenen Jahren explodiert. Vielen heimischen Agrarbetrieben fehlt das Kapital, um in Boden zu investieren. 2012 hatte der Bodenpreis einen neuen Spitzenwert erreicht. Die BVVG kassierte durchschnittlich 16 116 Euro je Hektar, 1127 Euro mehr als ein Jahr zuvor. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hätten die Bauern in MV zwei Milliarden Euro in den Bodenkauf stecken müssen, sagte Backhaus. Das Kapital habe für Investitionen gefehlt. Von dem Bodenkauf sollen vor allem Bauern bis 40 Jahre profitieren. Backhaus schlägt in einem jetzt vorgelegten Sechs-Punkte-Plan zur Förderung von Junglandwirten vor, den Bauern bei Existenzgründungen und bei der Nachfolgersuche zu unterstützen und sie mit bis zu 100 Hektar Landesflächen auszustatten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen