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Eichenprozessionsspinner : Land hält Spinner in Schach

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eichenprozessionsspinner in MV: Population reduziert, aber Rauben breiten sich weiter aus. In diesem Jahr kein Hubschrauber-Einsatz

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2017 | 07:45 Uhr

In diesem Jahr bleiben die Hubschrauber am Boden: Mecklenburg-Vorpommern hat den Fraßzug des für Bäume und Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinner gestoppt. Der jahrelange Einsatz chemischer Mittel gegen die Raupen des Spinners in den vergangenen Jahren zeigt Wirkung. Der Befall sei noch da, aber die Population reduziert worden. „Wir rechnen fest damit, dass wir 2017 auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der Eiche verzichten können“, kündigte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) an. In den vergangenen Jahren hatten sich die Spinner vor allem in Südwestmecklenburg, aber auch in Regionen der Mecklenburgischen Seenplatte massenhaft ausgebreitet. Daraufhin waren jahrelang Hubschrauber eingesetzt und befallene Bäume auf Hunderten Hektar aus der Luft mit einem Biozid behandelt worden. Die Kosten: mehrere Hunderttausend Euro. Für den Menschen sind vor allem die sehr feinen Brennhaare der Raupen gefährlich. Bei Kontakt können rote Flecken, Quaddeln, Pusteln auftreten. Atemwege und Schleimhäute werden gereizt, auch Fieber und Schwindel sind möglich. In zum Teil zehn Meter langen Prozessionen wandern die Raupen auf der Nahrungssuche von Baum zu Baum und überqueren dabei auch Straßen.

Der Lufteinsatz ist für dieses Jahr abgesagt: Durch die Bekämpfung in den vergangenen Jahren seien offenbar die Brennpunkte durch die indirekte Förderung der Wirkung von Nützlingen verkleinert worden, so dass die Eichenprozessionsspinner nicht mehr aus der Luft bekämpft werden müssen, sagte Joachim Vietinghoff, Vize des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) in Rostock: „Die Situation ist nicht mehr so kritisch.“ Bereits im vergangenen Jahr waren die großflächigen Bekämpfungsmaßnahmen mit Hubschraubern ausgesetzt worden. Allerdings: Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Der Eichenprozessionsspinner breite sich weiter aus. Von der südlichen Landesgrenze zu Brandenburg drücke der Schmetterling Richtung Norden, erklärte Vietinghoff. Pflanzenschutzexperten würden daher die Spinner genau im Blick haben und ihre Verbreitung analysieren.

In Brandenburg haben sich die Schmetterlinge indes weiter massenhaft festgesetzt: Im Landkreis Prignitz beispielsweise stehen in diesem Jahr rund 300 Hektar sowie etwa 450 Einzelbäume und etwa 1500 Bäume zur Behandlung mit dem Biozid Dipel ES an.

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