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Mecklenburg-Vorpommern : Land gewährt erneut Extrahilfen für Theater

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Jede Preissteigerung und jede Tariferhöhung verschärft die Geldnot der Theater im Nordosten. Die Kommunen als Träger sind meist blank und das Land will seine Zuschüsse nicht steigern. Doch es macht Ausnahmen - sofern die Gegenleistung stimmt.

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 19:07 Uhr

Das Land greift den notorisch klammen Theatern in Mecklenburg-Vorpommern erneut unter die Arme, erwartet dafür aber die zügige Umsetzung kostensparender Reformen. Wie Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) mitteilte, billigte das Kabinett am Dienstag Sonderzahlungen an das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin und an die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg-Neustrelitz. Das Geld fließt zusätzlich zu den 35,8 Millionen Euro, die insgesamt pro Jahr vom Land an sämtliche Theater und Orchester im Nordosten gehen.

Schwerin erhält in diesem Jahr laut Brodkorb eine „planmäßige Umstrukturierungshilfe“ in Höhe von 1,6 Millionen Euro. „Damit unterschreitet die Stadt sogar den vereinbarten Korridor für Umstrukturierungshilfen des Landes um 250 000 Euro. Dieses erfreuliche Ergebnis zeigt, dass der vom Metrum-Gutachten aufgezeigte Reformweg realistisch und umsetzbar ist“, erklärte Brodkorb. In den Vorjahren hatte das Land schon Millionendefizite des Schweriner Theaters ausgeglichen und das Haus vor der Insolvenz gerettet.

Neubrandenburg und Neustrelitz bekämen 453 000 Euro als „Soforthilfe“, nachdem die Träger des Theaters die Zielvereinbarungen mit dem Land unterzeichnet hätten. Mit Hilfe der zusätzlichen Landesmittel sollten nun die Strukturen abgestimmt weiterentwickelt und so die Existenz der Theater gesichert werden.

Seit Jahren streiten das Land sowie die Kommunen als Träger der Theater um die Finanzen. Städte und Kreise kritisieren vor allem, dass die jährlichen Landeszuwendungen seit 20 Jahren konstant geblieben und nicht an die steigenden Personal- und Sachkosten angeglichen worden seien. Mehrere Reformen zur Zusammenführung von Häusern oder Sparten mit dem Ziel, Kosten zu sparen, waren im Ansatz steckengeblieben.

Mit dem Amtsantritt Brodkorbs im Jahr 2011 war wieder Bewegung in die Reformdebatte gekommen. Er hatte die Beratungsgesellschaft Metrum beauftragt, mehrere Strukturmodelle zu entwickeln und diese dann zur Diskussion gestellt. Im Ergebnis dringt das Land nun auf eine engere Kooperation der Häuser in den jeweiligen Landesteilen und setzt dafür auch finanzielle Anreize.

„Mit der Freigabe der Umstrukturierungshilfe und der Soforthilfe hält sich das Land an die Verabredungen“, betonte Brodkorb. Die Auszahlung zusätzlicher Mittel sei aber an die Bedingung geknüpft, dass die Träger zur gemeinsamen Arbeit an langfristig tragfähigen Strukturen - und somit auch Personalreduzierungen - bereit sind. Laut Brodkorb haben auch die Vorpommersche Landesbühne Anklam und die Theater Vorpommern GmbH Anträge auf zusätzliche Hilfen gestellt. Diese würden derzeit noch geprüft.

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