zur Navigation springen

Wenig Instrumente in MV-Familien : Land fördert den guten Ton

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur in elf Prozent der Haushalte wird ein Instrument gespielt – kann ein neues Förderprogramm das ändern?

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Wenn in anderen Bundesländern Kinder mit ihren Eltern fröhlich musizieren, bleibt es in Mecklenburg-Vorpommerns weitgehend still. In nur elf Prozent aller Haushalte im Land wird ein Instrument gespielt, ergab eine Untersuchung des Verbandes der Musikinstrumentenbranche, Society Of Music Merchants.

Nur Berlin (10,8 Prozent) und Brandenburg (9,4 Prozent) sind noch unmusikalischer. Primus bei der Hausmusik ist Baden-Württemberg, wo in 25,3 Prozent aller Haushalte musiziert wird.

Jetzt will Mecklenburg-Vorpommern nachrüsten. Das Land hat ein Förderungsprogramm für Musikschulen für insgesamt 150    000 Euro aufgelegt. Zum Ankauf von Instrumenten an öffentlichen Musikschulen, die Mitglied im Verband deutscher Musikschulen sind, stehen insgesamt 100    000 Euro zur Verfügung, teilte gestern Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) mit. „Mit dem neuen Förderprogramm bietet das Land eine Unterstützung bei der kostenintensiven Anschaffung von Instrumenten“, sagte Brodkorb. Für andere Träger sind es insgesamt 50  000 Euro.

Diese Förderung bei anerkannten Musikschulen soll als Drittelfinanzierung erfolgen und bei den übrigen Trägern als hälftige Finanzierung. Musikschulen können das Geld beantragen, wenn die Anschaffung der Instrumente von landesweitem Interesse ist, so beispielsweise beim Einsatz in überregionalen Ensembles, in der Begabtenförderung oder bei Wettbewerben.

Trotz der vergleichsweise geringen Musizierdichte ist das Interesse auch in Mecklenburg-Vorpommern groß. An den 18 Musikschulen werden derzeit 18  000 Schüler ausgebildet. Etwa 3000 Interessierte würden auf Wartelisten stehen, teilte der Landesverband der Musikschulen in Mecklenburg-Vorpommern mit. Die Wartezeiten für angehende Schüler betragen abhängig vom Instrument und von der Region einen Monat bis zwei Jahre. Grund für die teilweise langen Wartezeiten seien fehlende Lehrerstellen.

Um das Nord-Süd-Gefälle bei der Hausmusik in Deutschland abzubauen, müssten „die musikalische Früherziehung und der Unterricht in Schulen wieder verstärkt gefördert werden beziehungsweise überhaupt stattfinden“, sagte Daniel Knöll, Geschäftsführer der Society Of Music Merchants.

Nach einer Umfrage des Verbandes aus dem Jahr 2013 werden in Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten Tasteninstrumente wie etwa Klavier oder Akkordeon gespielt (51,7 Prozent der Musizierenden). Zweithäufigstes Instrument ist die Gitarre (43,9 Prozent) – gefolgt von Blasinstrumenten (17,6 Prozent).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen