Lichtenhagen : Land entschuldigt sich für 1992

27. 8. 1992: Brennende Autos, ein brennendes Haus, Gewalt gegen Ausländer und Polizisten. Die Tage von Rostock-Lichtenhagen.     
1 von 2
27. 8. 1992: Brennende Autos, ein brennendes Haus, Gewalt gegen Ausländer und Polizisten.

25 Jahre nach den ausländerfeindlichen Krawallen von Rostock-Lichtenhagen hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung für die damals gemachten Fehler entschuldigt.

svz.de von
17. September 2017, 21:00 Uhr

„Wir haben im Sommer 1992 auf vielen Ebenen versagt: als Staat, als Ordnungsmacht, als Zivilgesellschaft, als Bürgerinnen und Bürger“, sagte Integrationsministerin Stefanie Drese (SPD) am Sonnabend. Diese Tage gehörten zu den schlimmsten Ereignissen in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. „Und auch wenn wir keine persönliche Schuld tragen, ist es unsere Pflicht, ist es unsere Verpflichtung als Verantwortung tragende Politiker und Bürger dieses Landes, dass so etwas nie wieder geschieht.“

Drese äußerte sich bei einer Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Vereins „Dien Hong - Gemeinsam unter einem Dach“ in Rostock.

Im August 1992 hatten rechte Randalierer tagelang ein überfülltes Asylbewerberheim belagert, ohne dass die Polizei die Lage in den Griff bekam. Nachdem die Flüchtlinge in Sicherheit gebracht worden waren, flogen Brandsätze auf das benachbarte Haus, in dem hauptsächlich Vietnamesen lebten.

Wenige Wochen danach gründeten Vietnamesen gemeinsam mit einigen Rostockern den Verein Dien Hong. Nach Worten von Drese als „Zeichen der Furchtlosigkeit und Unbeugsamkeit, aber auch als Zeichen der ausgestreckten Hand. Heute sei Dien Hong ein Ort der Begegnung und ein Ort der Bildungs- und Beratungsangebote für alle Zugewanderten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen