zur Navigation springen

Breitbandanschlüsse : Lahmes Internet: Bürger in MV sauer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

97 Prozent der Gemeinden haben Breitbandanschluss / Geschwindigkeit zu gering

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 20:50 Uhr

97 Prozent der Gemeinden in MV haben einen Internetanschluss für die Bandbreite von zwei MBit je Sekunde, meldet der Tüv-Rheinland. Damit sei im Land das Ziel der Bundesregierung erreicht, eine flächendeckende Versorgung mit Breitbandanschlüssen zu gewährleisten, teilte das Verbraucherministerium gestern mit und löste ein empörtes Echo bei Bürgermeistern und in der Wirtschaft aus. „Mit Forderungen der Vergangenheit erreichen wir gar nichts“, reagierte Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag. „Mit einer Geschwindigkeit von zwei MBit je Sekunde kann man im Tagungsland MV weder Videokonferenzen übertragen, noch kann der Handwerker detaillierte Bauzeichnungen an seinen Kunden senden. Was fehlt, ist der Blick in die Zukunft.“

Tatsächlich sind nur Neubrandenburg und Stralsund mit den schnellen Anschlüssen von 50 MBit pro Sekunde flächendeckend versorgt. In Schwerin, Rostock, Wismar und Greifswald sind knapp 90 Prozent der Haushalte angeschlossen. Auf dem Lande sind es nur zehn Prozent. Bis 2018 hat die Bundesregierung versprochen, eine 100-prozentige Versorgung mit schnellem Internet zu erreichen. „Dort, wo es kein schnelles Internet gibt, gibt es in Zukunft keine Unternehmen“, so Fittschen. Niedersachsen habe bereits ein Landesprogramm von einer Milliarde Euro aufgelegt. Auch die Regierung in MV müsse sich endlich bewegen.

„Innovative Produkte entwickeln sich erst dann, wenn eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur vorhanden ist“, mahnt auch Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin. „Hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse von mindestens 50 MBit/s werden künftig den Standard bestimmen. Wir erwarten eine enge Abstimmung aller Fachressorts der Landesregierung.“

Unterdessen rechnete Verbraucherminister Till Backhaus (SPD) gestern für die abgelaufene EU-Förderperiode ab, dass 232 Projekte zur Verbesserung der Breitbandversorgung in ländlichen Gemeinden mit mehr als 25 Mio. Euro unterstützt worden seien. Damit wurden Investitionen von 40 Millionen Euro ausgelöst. Diese Breitbandstrukturen ermöglichten Zugänge zum Internet von deutlich mehr als zwei MBit je Sekunde, oftmals sogar 10 bis 16 MBit. Backhaus rief seinerseits die Gemeinden auf, mit Telekommunikationsunternehmen, Land und Bund flächendeckend über die Grundversorgung hinausgehende Zugänge zu schaffen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen