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"Windsammelschiene" half : Lage im Stromnetz hat sich verbessert

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Die Lage im deutschen Stromnetz hat sich im vergangenen Winter auch dank neuer Leitungen etwas entspannt. So zeigte die neue "Windsammelschiene" zwischen Hamburg und Schwerin ihre positive Wirkung.

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erstellt am 24.Jun.2013 | 10:26 Uhr

Hamburg/Schwerin | Die Lage im deutschen Stromnetz hat sich im vergangenen Winter auch dank neuer Leitungen etwas entspannt. So zeigte die neue "Windsammelschiene" zwischen Hamburg und Schwerin ihre positive Wirkung. "Insgesamt verlief der Winter 2012/13 weniger angespannt als der Winter 2011/12", heißt es im noch unveröffentlichten Bericht der Bundesnetzagentur zur Winterversorgung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dennoch kam es an einigen Tagen zu Belastungssituationen, die durch teilweise umfangreiche Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber beherrscht werden konnten." So kam es vom 1. Oktober 2012 bis 31. März 2013 zu Eingriffs-Maßnahmen mit einer Dauer von 3700 Stunden - das entspricht fast exakt der Eingriffsdauer im Winter 2011/2012. Hilfreich zur besseren Steuerung der Nord-Süd-Stromflüsse sei besonders der Umbau des Generators des Kernkraftwerks Biblis A (Hessen) zu einem sogenannten Phasenschieber gewesen. Ebenfalls entlastend sei die Inbetriebnahme der 380-Kilovolt-Leitung Hamburg - Schwerin, die den Windstrom im Norden besser zu verteilen hilft.

Die Stromautobahn war erst im vergangenen Dezember von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet worden. Die Trasse führt über 88 Kilometer von Schwerin nach Krümmel bei Hamburg. Für die 18 Kilometer durch Schleswig-Holstein hatten die Behörden zehn Jahre gebraucht, bis alle Genehmigungen vorlagen. Die Leitung bringt Windstrom aus dem Nordosten über den Knotenpunkt am stillgelegten Atomkraftwerk Krümmel nach Hamburg und zu den Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands.

Kritisch war etwa die Versorgungslage am 25. und 26. März, als über Stunden das Netz wegen einer regional sehr unterschiedlichen Einspeisung am Limit war. "Ursächlich war die Verbindung aus hoher Einspeisung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen von bis zu knapp 30 GW am 25. März 2013, vorwiegend im nördlichen Deutschland und einer hohen Nichtverfügbarkeit konventioneller Kraftwerke im Süden." Ein zügiger Netzausbau sei das entscheidende Mittel, damit die Versorgungssicherheit trotz der schrittweisen Abschaltung von Kernkraftwerken gewahrt bleibt.

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