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Streit um Berufsschulen : Läuft die Hilfe ins Leere?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Linke beklagt kompliziertes Verfahren. Bereitgestelltes Geld des Landes wird demnach kaum abgerufen

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2016 | 20:55 Uhr

Das Unterstützungsprogramm des Landes für Lehrlinge mit besonders langen Anfahrtswegen zur Berufsschule ist nach Ansicht der oppositionellen Linken nahezu wirkungslos verpufft.

Trotz der im September vorigen Jahres geänderten Richtlinien sei die Nutzung noch immer sehr gering. Die Hürden seien weiterhin hoch, das Verfahren kompliziert, beklagte die Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg.

„Da ohnehin nur wenige Jugendliche die Voraussetzungen erfüllen, wurden lediglich 333 Anträge gestellt, von denen 193 bewilligt wurden. Unterm Strich erhalten somit von knapp 30 000 Berufsschülern im Land gerade mal 0,6 Prozent einen Zuschuss zu den Fahrtkosten oder für die Bezahlung ihres Internatsplatzes“, stellte die Bildungsexpertin der Linken fest. Sie berief sich dabei auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion zu dem Thema. Danach wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres 2015/16 knapp 70 000 Euro ausgereicht.

Nach Angaben von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) war die Hilfe des Landes für bedürftige Auszubildende von 100 000 auf 350 000 Euro im Jahr aufgestockt worden. Profitieren sollen Auszubildende, die weniger als 500 Euro Lehrlingsentgelt erhalten und Anfahrtswege zu überregionalen Berufsschulen von mindestens drei Stunden haben und deshalb dort übernachten müssen.

„Wer weiter die tatsächlichen Bedarfe der Jugendlichen ignoriert, der verschärft sehenden Auges den Fachkräftemangel im Land“, warnte Oldenburg. Mit unnützen Programmen gelinge es nicht, angehende Fachkräfte im Land zu halten und so den Berufsnachwuchs zu sichern.

Die Oppositionspolitikerin erneuerte die Forderung nach einer generell kostenfreien Beförderung der Azubis zur Berufsschule und bedarfsorientierten Zuschüsse zu Internatskosten.

„Wir haben in MV eine Berufsschulpflicht. Und die Landesregierung steht ihrerseits in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Jugendlichen ihrer Pflicht auch nachkommen können“, erklärte Oldenburg. Der Vorschlag der Opposition war von Koalitionsseite wegen erwarteter Kosten in Millionenhöhe abgelehnt worden.

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