MV tut gut : Ländlich, natürlich, gastfreundlich und norddeutsch

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Die Deutschen finden MV ländlich und natürlich, aber nicht dynamisch, innovativ oder modern.

svz.de von
19. November 2014, 07:55 Uhr

Schwerin Mecklenburg-Vorpommern hat in Deutschland einen guten Ruf. Bis nach Bayern und Baden-Württemberg wird es als ländlich, natürlich, norddeutsch, gastfreundlich und als Land mit Freiräumen wahrgenommen. Das geht aus einer von der Landesregierung bezahlten, repräsentativen Studie hervor, bei der über 2000 Bundesbürger befragt wurden.

Eigenschaften wie modern, dynamisch oder unternehmerfreundlich wollten die anderen Deutschen MV allerdings deutlich seltener zuschreiben als die Einheimischen selbst. Nur wenigen Befragten fielen indes Arbeitslosigkeit oder Rechtsradikalismus ein, wenn sie an das Land im Nordosten denken sollten. Beide Phänomene hatten die Wahrnehmung Mecklenburg-Vorpommerns von außen in der Vergangenheit immer wieder beeinflusst.

Als erfolgreiches Vehikel, um Mecklenburg-Vorpommerns Image zu verbessern, hat sich offenbar der Strandkorb erwiesen, den das Landesmarketing der Landesregierung seit 2007 verstärkt als „Markensymbol“ einsetzt. Quasi ohne Ausnahme attestierten die Befragten dem weiß-blauen Sonnenmöbel, zum Land Mecklenburg-Vorpommern zu passen. Allerdings will Landesmarketing-Chef Peter Kranz-Glatigny den Strandkorb künftig seltener einsetzen. Er verstärke zwar Eigenschaften wie „Urlaubsland“ und „Naturland“, die dem Land sowieso zugesprochen werden. Aber das mache es schwerer, mit der Marketing-Kampagne zu vermitteln, dass Mecklenburg-Vorpommern auch eine gute Region zum Leben, Arbeiten und Studieren sei, so Kranz-Glatigny. Dies werde für die Wirtschaft, wo immer mehr Unternehmen nach Auszubildenden und Fachkräften suchen, immer wichtiger, wie ein Sprecher der Unternehmensverbände betonte.

Bei allem Zuspruch für die bisherige Werbe-Kampagne, die die Forscher bei 21 ausführlich interviewten Experten erfuhr, gab es auch Kritik. Zwar habe Mecklenburg-Vorpommern gute Voraussetzungen, sich als „Gesundheitsland“ einen Namen zu machen. Die Einheimischen müssten jedoch auch gesund „vorleben“, um die Werbebotschaft glaubwürdig erscheinen zu lassen. Derzeit liegt das Land zum Beispiel bei Erhebungen zum Alkoholkonsum oder zur Dickleibigkeit keineswegs auf den besten Plätzen.  Auch als „Familienland“ wird Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht wahrgenommen – trotz aller Investitionen in Kitas und Schulen. Die befragten Experten waren Fachleute u.a. aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus oder Kultur, die in der Regel von der Landes-Werbung profitieren oder profitieren wollen.

Die Abkürzung „MV“ im Werbeslogan „MV tut gut“ bereitet außerhalb des Landes offenbar keine Probleme. Damit ist der Spruch zwar deutlich weniger bekannt als der Slogan Baden-Württembergs – „Wir können alles. Außer hochdeutsch“. Er liegt aber vor Sachsen-Anhalts „Wir stehen früher auf“. Die Studie kostete 82 000 Euro.

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