95-Jähriger angeklagt : KZ-Sanitäter muss jetzt doch vor Gericht

Ein 95-jähriger ehemaliger SS-Mann im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor einem Gericht in Mecklenburg-Vorpommern verantworten.

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18. Januar 2016, 21:00 Uhr

 Ein  95 Jahre alter ehemaliger KZ-Sanitäter aus der Region Neubrandenburg soll sich wegen Beihilfe zum Mord ab 29. Februar vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Weitere Verhandlungstermine vor der Schwurgerichtskammer seien im März geplant, sagte gestern ein Sprecher des Landgerichtes in Neubrandenburg. Der Verlauf sei aber vom Gesundheitszustand des Rentners abhängig.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 95-Jährigen Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor. Er soll vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau gewesen sein. In dieser Zeit seien im NS-Vernichtungslager mindestens 3681 Menschen vergast worden.

Gegen den Rentner wird seit März 2015 von der Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt. Das Landgericht hatte eine Eröffnung des Prozesses Mitte 2015 aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt.

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