zur Navigation springen

Für 2012 weniger Flüge : Kurzarbeit auf dem Rollfeld

vom

Der Flughafen Rostock/Laage erwartet 2012 einen Jahresverlust von zirka zwei Millionen Euro. Gründe für die schlechten Aussichten seien Arbeiten an der Start- und Landebahn sowie die Streichung von Flugverbindungen.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2012 | 07:28 Uhr

Laage | Der Flughafen Rostock/Laage erwartet auch in diesem Jahr einen Jahresverlust von zirka zwei Millionen Euro. Das gab die Geschäftsführerin Maria Anna Muller gestern beim Neujahrsempfang bekannt. Gründe für die schlechten wirtschaftlichen Aussichten seien zum einen Arbeiten an der Start- und Landebahn sowie die Streichung von Flugverbindungen in die Türkei und Österreich. Mit Kurzarbeit und stark gekürztem Budget will das Unternehmen gegensteuern. Bereits im Vorjahr mussten die Gesellschafter des Flughafens eine Belastung von zwei Millionen Euro verkraften, obwohl die Passagierzahl um knapp zwei Prozent anstieg.

Teil der Start- und Landebahn muss neu gebaut werden

Besonders gravierend ist, dass die Ferienflüge nach Antalya entfallen. "Die Flugpläne wurden von allen türkischen Airlines radikal zusammengestrichen, um den kritischen Winter durchzustehen und um die Flugzeuge in die Wartung zu geben", berichtet Muller und fügt hinzu, dass es so etwas noch nie gegeben hätte. Auch die Flüge von Österreich seien für 2012 noch nicht bestätigt. Grund sei laut Muller die mangelnde Bereitstellung von Kontingenten durch Hotels an der Ostsee im vergangenen Sommer. So konnten wichtige österreichische Hauptreiseveranstalter noch nicht überzeugt werden. Problematisch sei auch, dass in der Zeit vom 3. bis 13. September dieses Jahres kein Flugverkehr stattfinden kann, da knapp zwei Kilometer der Start-und Landebahn neu gebaut werden müssen. Dass sich das Sparen auch auf die Gehälter und die Arbeitszeiten der Mitarbeiter auswirkt, sei ein notwendiger Schritt.

Dass der Flughafen Rostock/Laage besonders wichtig für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes sei, betonte auch Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Er sieht in dem Flughafen dank 24-Stunden-Betrieb und der einzigartigen Kombination von Militär- und Zivilflughafen ein besonders hohes Entwicklungspotenzial. Für die finanziellen Einbußen sieht Beisel noch andere Gründe. "Die Luftverkehrssteuer macht vor allem den kleinen Flughäfen zu schaffen und verzerrt den Wettbewerb", sagt er. Er fordert die Landespolitik nun auf, sich für die Abschaffung dieser Steuer einzusetzen.

Muller sieht Hero als positives Beispiel

Einen Vergleich zog Muller zur Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). Diese sei ebenfalls nicht in erster Linie auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Der Seehafen werde so entwickelt, dass er den Anforderungen von Tourismus und Wirtschaft gerecht werde. "Wir brauchen genau diesen Willen, den größten Flughafen des Landes weiter zu entwickeln". Das Land hatte bereits angekündigt, seine Zuschüsse von derzeit noch 750 000 Euro im Jahr bis 2016 schrittweise auf 300 000 Euro reduzieren und dann völlig streichen zu wollen. Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD und CDU zu Rostock-Laage als Landesflughafen bekannt. "Alle Beteiligten wissen aber, dass es nach 2016 ohne Landeshilfen gehen soll", hatte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) betont.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen