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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 10:56 Uhr

Wismar : Kurs auf die Barentssee

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die „Norilskiy Nickel“ leitete Ära der arktischen Spezialschiffe ein. Nach Dockaufenthalt in Wismar geht es in Richtung Murmansk.

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Ein Gruß von der See: Nach langer Zeit ertönte wieder Schiffssirenengeheul im Werfthafen der Hansestadt. Der Grund war das Ausdocken eines Schiffes. Diesmal verließ der arktische Frachter „Norilskiy Nickel“ die Dockhalle. Das scheinbar nagelneue Schiff nahm schnell Fahrt auf, kam stetig näher und passierte bald darauf in vollem Glanz und Stattlichkeit die Wendorfer Seebrücke.

Scheinbar bedeutet aber ein doch schon fast zehn Jahre langer Einsatz in polaren Regionen. Denn so lange hat dieser allererste Prototyp einer neuen, eisbrechenden Spezialfrachtergeneration bereits unter extremen klimatischen Bedingungen seine Seetüchtigkeit unter Beweis gestellt. So etwas hinterlässt zwangsläufig Spuren. Deshalb war ein siebenwöchiger Werftaufenthalt in Wismar unerlässlich. Neben einer Generaldurchsicht erhielt das komplette Schiff ein frisches farbliches „make up“ einschließlich Sandstrahlarbeiten und Konservierung des gesamten Unterwasserschiffes.

Überholt wurden unter anderem die Ladeluken, der so genannte Azipod-Antrieb und die Bordkrane. Wichtigstes Ergebnis am Ende der Überholungs- und Durchsichtsphase: Die Erlangung der Klasse-Erneuerung, oder allgemeinverständlich ausgedrückt: die weitere Zulassung als Seefahrzeug.

Entwickelt wurde dieses erste Spezialschiff einst unter der Typenbezeichnung Arctic CS 650. Dabei handelte es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der damaligen deutschen Aker-Werften und dem Arktis-Center des Schiffbaukonzerns in Helsinki.

Bereits ab 2006 übernahm der Auftraggeber, der russische Bergbaukonzern Norilsk-Nickel, das Schiff für Transportaufgaben in arktischen Gewässern oberhalb des Polarkreises.

Ende Juli 2008 startete mit der Taufe der „Montchegorsk“ in Wismar die Neuauflage von insgesamt vier eisbrechenden Containerfrachtern mit einem Gesamtauftragsvolumen von 320 Millionen Euro, ebenfalls für Norilsk Nickel. Mit dieser Serie einer neuen Spezialschiff-Ära hat sich zudem eine sehr produktive Schiffbautechnologie an den beiden Standorten Wismar und Warnemünde durchgesetzt, die geteilte Fertigung. Die Achterschiffshälfte entstand an der Wismarbucht und das Vorschiff an der Warnowmündung. Das Zusammenfügen und die Endausrüstung erfolgten in Wismar. Praktische Erfahrungen führten zu verschiedenen Modernisierungen. So gab es früher noch nicht die inzwischen nachgerüsteten Bordkrane.

Auch zusätzliche Generatoren zur Stromerzeugung wurden installiert. Inzwischen verfügen die Schiffbauer von Nordic Yards über kompetente Erfahrungen im Spezialschiffbau zum Befahren polarer Gebiete. Das dürfte ihnen bei künftigen Aufträgen, zum Beispiel für den Bau von kleineren Kreuzfahrtschiffen der Eisklasse, dienlich sein.

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